| Vier gingen in den Pardes |
|
|
|
|
Brief von Rabbi Yehuda Ashlag, aus dem Buch „Frucht des Weisen“
„Vier gingen in den Pardes“, weil vor der Erschaffung der Welt „der Schöpfer und Sein Name Eins“ waren, da die Seelen noch keine Seelen waren; und der ganze Begriff des Namens entsteht als Folge dessen, dass ein Bekannter ihm sein Gesicht zuwendet und ihn beim Namen ruft, damit er sich ihm zuwendet. Und da die Seelen vor der Erschaffung der Welt vollkommen mit dem Schöpfer verschmolzen waren und Er ihnen Kronen und Pracht verlieh, die über das hinausgingen, was sie sich zu wünschen wagten, weil Er ihre Wünsche besser kennt als sie selbst, gibt es keine Möglichkeit, einen Namen zu nennen, weil dies in einem Zustand der Erweckung von unten bezüglich irgendeines Ereignisses geschieht. Und deshalb ist es ein Aspekt des „Einfachen Lichtes“, denn alles ist vollkommen einfach, weshalb dieses Licht von jedem einfachen Menschen verstanden wurde, sogar von einem, der gar keine Weisheit erkannte. Daher wird es von den Weisen als „Pschat“ bezeichnet, weil es die Wurzel von allem ist, und von ihm spricht man nicht in den Büchern, weil es nicht zusammengesetzt ist und als einfach und einzig erkannt wird. Und obwohl in der Unteren Welt im Reschimo dieses einfachen Lichtes zwei Teile sichtbar sind, ist es doch einfach, nicht zusammengesetzt, und es ist das Herz, welches es trennt. An dem Ort, von welchem wir sprechen, gibt es überhaupt keine Trennung. Das gleicht einem König, der plötzlich seinen Sohn nahm und ihn inmitten eines schönen Gartens (Pardes) stellte. Als des Königs Sohn die Auge öffnete, prüfte er nicht, wo er stand, weil wegen des großen Lichts des ganzen Gartens sein Blick weit weg schweifte, zu den entfernten Gebäuden und Palästen in der westlichen Seite, und er ging in diese Richtung viele Tage lang, während er immer mehr über die Pracht der westlichen Seite staunte. Nachdem einige Monate vergangen waren, sein Eifer sich legte und das Verlangen wuchs, beruhigten sich seine Gedanken und er begann darüber nachzudenken, was sich auf dem gesamten Weg befindet, der vor ihm lag? Er richtete seinen Blick auf die Ostseite, die Seite, von welcher er den Garten betrat und er staunte! Denn die ganze Pracht und Schönheit war ihm so nahe, und nun versteht er nicht, warum er das nicht gleich zu Beginn gefühlt hat, und nur auf die westliche Seite geschaut hat. Und natürlich begann er in dem Moment, nur nach dem Leuchten der östlichen Seite zu streben, bis er zu den Toren gelangte, durch welche er einst hinein ging. Welchen Unterschied gibt es also nun zwischen den Tagen des Eintritts und den Tagen des Austritts, denn alles, was er in den letzten Monaten sah, hatte er doch auch zu Beginn gesehen; doch ihm war es nicht bewusst und er konnte es nicht einschätzen, weil sein Herz und seine Augen nur das Licht wahrnahmen, das vom Westen ausging. Und erst nachdem er davon satt wurde, wandte er sein Gesicht, sein Herz und seine Augen dem Osten zu, und das Herz begann, das Licht aufzunehmen, welches von Osten kam. Doch was hat sich verändert? Von den Toren des Gartens gelangt zu ihm eine zweite Offenbarung, genannt Remes (Andeutung), ähnlich wie der König seinem geliebten Sohn etwas andeutet und ihn durch etwas ängstigt. Doch der Sohn versteht nichts und sieht nicht die innere Angst, die in der Andeutung verborgen liegt, doch infolge seiner Verschmelzung mit dem Vater entfernt er sich sofort zur anderen Seite. Und das ist das Geheimnis, weshalb Remes (Andeutung) das „Zweite Angesicht“ ist, weil zwei Antlitze, Pschat und Remes, in den Geschöpfen als eine Wurzel eingeschrieben werden, wie man sagt, dass es kein kleineres Wort gibt als zwei Buchstaben, die gleichsam als Basis der Wurzel bezeichnet werden, weil man aus einem Buchstaben nichts verstehen kann; und daher bilden die Anfangsbuchstaben der Worte Pschat und Remes das Wort PaR , was die Wurzel des Wortes Par ist – „Bulle“ in unserer Welt, aber auch die Worte Prija, Revija – Empfängnis, Fortpflanzung kommen von dieser Wurzel . Dann wird das „dritte Gesicht“ enthüllt, genannt Drusch – Forderung, bis dahin gab es keinerlei Forderung an keine Äußerung von „Schöpfer und Sein Name sind Eins“, doch im „dritten Gesicht“ wird abgezogen und hinzugefügt, gefordert und gefunden nach der Regel „Ich habe mich bemüht und fand“ (Igati vemazati). Deswegen ist dieser Platz für die Unteren bestimmt, weil es dort eine Bitte von unten gibt, im Gegenteil zum Licht der Ostseite, welches da leuchtete „noch bevor ihr ruft, werde ich antworten“, und erst danach eine starke Bitte und sogar Anstrengung und Genuss waren. Und dann beginnt das vierte Antlitz, in der Sprache der Weisen Sod (Geheimnis) genannt, was eigentlich der Andeutung gleicht, worin es aber kein Verständnis und Bewusstsein gibt, sondern das ist wie ein Schatten, der dem Menschen folgt – wie wenn man einer Schwangeren leise zuflüstert, dass heute Jom Kippur ist und sie nur nach Notwendigkeit, wenn sie sich so entscheidet, essen und trinken kann, damit sie das Kind nicht verliert. Warum handelt es sich jedoch um eine Enthüllung des Angesichts, und nicht um eine Verhüllung? – das wird vom Erkennenden in der Reihenfolge erkannt: PaR – PeReD – PaRDeS. (Hier fehlt ein Absatz) Und nun schauen wir uns das Problem der vier Weisen an, die in den PaRDeS hineingingen, also in das vierte Antlitz, genannt Sod, Geheimnis. Denn in den Unteren ist von den vorausgegangenen Höheren enthalten, und daher sind alle vier Antlitze im Vierten gemeinsam eingeschlossen: das Rechte, Linke, Vordere und Hintere. Die zwei ersten Antlitze, das Rechte (Yamin) und das Linke (Smol), PaR, entsprechen Ben Asaria und Ben Soma, deren Seelen sich von den zwei Antlitzen PaR ernähern. Die zwei anderen Antlitze, das Vordere (Panim) und das Hintere (Achor), das sind einmal der vordere Teil – Rabbi Akiba, der in Frieden hinein ging und in Frieden hinausging, und der Hintere – Elischa ben Abuja, der auf den bösen Weg hinaus ging (Jaza le tarbut raa). Alles, was über sie geschrieben steht: schaute und starb, schaute und wurde verletzt, schaute und ging auf schlechtem Wege hinaus – all das meint die versammelte Generation, doch korrigiert wurden sie alle, in aufeinander folgenden Reinkarnationen, Eins nach dem Anderen. Nur Acher sagte, als er die grobe Sprache des Übersetzers sah: „Kehrt zurück, alle verlorenen Söhne, außer Acher“. Und seinen Platz nahm Rabbi Meir, der Schüler von Rabbi Akiba, ein. Der Talmud fragt: „Wie konnte Rabbi Meir Torah beim Acher lernen?“ – und die Antwort besteht darin, dass er seine ganze Klipa korrigierte, wie es geschrieben steht, dass er Rauch über seinem Grab steigen ließ. Daraus wird verständlich, was Elischa ben Abuja sagte: „Wer ein Kind lehrt, beschreibt ein leeres Blatt“, wie die Seele von Rabbi Akiba, „der einen Alten lehrt, beschreibt ein abgetragenes Blatt“, so sagte er über sich. Daher sagte er zu Rabbi Meir: „Hier endet der Bereich von Shabbat“ (die 2000 Ama, die man an einem Shabbattag hinter die Grenzen der Siedlung gehen darf, die er nach den Schritten des Pferdes gemessen hatte, denn er stieg niemals vom Pferd ab... |
| < zurück |
|---|





