Menu Content/Inhalt
Home arrow Yehuda Ashlag arrow Hauptwerke arrow Shamati - "Ich hörte" arrow Shamati 8: Unterschied zwischen dem Schatten der Kdusha und dem Schatten der Sitra Achra
Shamati 8: Unterschied zwischen dem Schatten der Kdusha und dem Schatten der Sitra Achra PDF Drucken E-Mail

Es steht geschrieben: „Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden." (Hohelied 2;17) Und man muss verstehen, was der Schatten in der spirituellen Arbeit bedeutet und was das für ein Schatten ist. Und zwar wird die Zeit, in welcher der Mensch noch nicht die Wirklichkeit der Höheren Lenkung spürt, welche die Welt durch die Eigenschaft „Gut und Gutes tuend“ lenkt, als ein Schatten definiert, welcher die Sonne verbirgt.

Das heißt, wie ein physischer Schatten, der die Sonne verbirgt, keinesfalls die Sonne selbst beeinflusst, die weiterhin aus voller Kraft leuchtet - so geschehen, auch wenn der Mensch die Realität der Höheren Lenkung nicht verspürt, Oben keine Veränderungen, wie es geschrieben steht: „Ich, HaWaJaH, habe mich nicht verändert“.

Alle Veränderungen finden in den Empfängern statt. Und in diesem Schatten, das heißt in dieser Verhüllung, gibt es zwei Stadien:

  1. Er ist noch in der Lage, alle Verdunkelungen und Verhüllungen zu überwinden, um den Schöpfer rechtfertigen und zu Ihm beten zu können - damit Dieser seine Augen erleuchten würde, und er sehen würde, dass alle Verhüllungen, die er verspürt, von Ihm kommen. Das heißt, der Schöpfer richtet das alles für ihn ein, damit er seine innere Leere erkennen kann und in ihm der Wunsch entbrennt, sich dem Schöpfer anzuheften. Und der Grund dafür liegt darin, dass nur dann, wenn er Qualen vom Schöpfer bekommt, und dem Elend entfliehen und die Leiden vermeiden möchte, er alles tut, was in seiner Macht steht. Wenn er daher Verhüllungen und Leiden bekommen wird, wird er mit Sicherheit zum bekannten Heilmittel greifen: Er wird mehr zum Schöpfer beten, um von Diesem Hilfe zu bekommen, damit Dieser ihn aus dem Zustand herausziehen möge, in dem er sich befindet. In diesem Zustand glaubt er immer noch an die Lenkung des Schöpfers.
  1. Er gelangt in den Zustand, in dem er sich nicht mehr überwinden und sagen kann, dass ihm alle Leiden und Schmerzen, die er verspürt, vom Schöpfer geschickt wurden, um ihm mit ihrer Hilfe einen Grund zum Aufstieg zu geben. Und so verfällt er, Gott behüte, in den Zustand eines Ungläubigen. Denn er kann nicht [mehr] an die Höhere Lenkung des Schöpfers glauben und kann dann selbstverständlich nicht [mehr] beten.
Somit gibt es zwei Arten von Schatten, und so ist der Sinn der Worte: "…und die Schatten schwinden" - das heißt, die Schatten werden aus der Welt gehen.

Und siehe, der Schatten der Klipa heißt: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und kann keine Früchte tragen“, während die Heiligkeit (Kdusha) heißt: „Seinen Schatten begehrte ich und in ihm saß ich, und süß ist mir Seine Frucht“, das heißt er sagt, dass alle Verhüllungen und Leiden, die er verspürt, aus dem Grunde kommen, dass der Schöpfer ihm diese Zustände schickte, damit er eine Möglichkeit haben würde, Arbeit über dem Wissen zu verrichten. Und wenn er erkennen kann, dass der Schöpfer für ihn all diese Gründe in die Wege leitete - ist es zum Wohl des Menschen, das heißt dadurch kann er zur Arbeit um des Gebens Willen gelangen.

Dann gelangt der Mensch zum Bewusstsein, dass der Schöpfer aus eben dieser Arbeit Genuss schöpft, die vollkommen über dem Wissen aufgebaut ist. Folglich bittet der Mensch dann in seinen Gebeten den Schöpfer nicht darum, dass die Schatten aus der Welt verschwinden würden, sondern er sagt dann: „Ich sehe, dass der Schöpfer wünscht, dass ich Ihm in dieser Form diene, die über dem Wissen ist“. Und wenn dem so ist, sagt er: „Natürlich hat der Schöpfer Genuss an dieser Arbeit, und was interessiert es mich dann, dass ich im Zustand der Verhüllung seines Angesichts arbeite“ – da er um des Gebens Willen arbeiten möchte, um dem Schöpfer Genuss zu bereiten.

Dadurch schätzt der Mensch diese Arbeit nicht gering - und er willigt in die Lenkung des Schöpfers ein, er tut so, wie der Schöpfer will - dass der Mensch die Wirklichkeit des Schöpfers während der spirituellen Arbeit verspüren soll. Anders gesagt willigt der Mensch mit dem Herzen und mit der Seele ein, die Realität des Schöpfers während der Arbeit so zu verspüren, wie Er es will; denn der Mensch schaut nicht darauf, woraus er Genuss schöpfen kann, sondern darauf, woran der Schöpfer Genuss haben kann - daraus folgt, dass dieser Schatten ihm Leben bringt.

Es heißt: „Seinen Schatten begehrte ich“, das heißt, er begehrt einen solchen Zustand, in dem er sein Wissen überwinden kann. Wenn sich der Mensch also nicht anstrengt, im Zustand der Verhüllung, in dem er noch eine Möglichkeit hat, zu beten, dass der Schöpfer ihn an sich annähert, und es vernachlässigt, so wird ihm eine zweite Verhüllung geschickt, in welcher er nicht einmal mehr beten kann. Grund dafür ist das Vergehen, dass er sich nicht angestrengt hat, aus allen Kräften zum Schöpfer zu beten; daher gelangt er zu einem solch niederträchtigen Zustand. Doch nachdem er zu diesem Zustand gelangt, erbarmt man sich Oben seiner, und gibt ihm wieder eine Erweckung. Und wieder beginnt der gleiche Ablauf, bis der Mensch sich schließlich im Gebet festigt, und der Schöpfer sein Gebet erhört, und der Schöpfer ihn an sich annähert und ihn zur Quelle zurückbringt.

 
< zurück   weiter >