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Shamati 6: Was bedeutet in spiritueller Arbeit „Hilfe der Thora“? PDF Drucken E-Mail
Wenn der Mensch Thora studiert und erreichen möchte, dass alle seine Handlungen für das Geben sein mögen, dann muss er sich bemühen, dass die Thora ihm stets als Stütze dienen möge. Und die Hilfe der Thora ist jener Nährgrund, den Liebe, und Ehrfurcht, und Hochgefühl, und Lebensmut etc. erschaffen. Und all das muss er in der Thora finden, d.h. die Thora muss ihm solch ein Ergebnis geben.

Und wenn der Mensch Thora studiert, und kein solches Ergebnis vorweisen kann, dann heißt dies nicht, dass er Thora studiert, weil Thora das Licht meint, welches in der Thora enthalten ist. Und was die Weisen sagten: „Ich erschuf den bösen Trieb, und die Thora zu dessen Korrektur“ meint das Licht, welches darin eingeschlossen ist, da das Licht, welches in der Thora enthalten ist, an die Quelle zurückführt.

Und man muss auch wissen, dass die Thora sich in zwei Teile aufteilt:
  1. Thora
  2. Gebot (Mizva)
Und es ist unmöglich, den wahren Sinn dieser zwei Teile zu begreifen, bevor der Mensch nicht dessen würdig wird, den Weg des Schöpfers zu beschreiten, im Geheimnis der Worte: „Der Schöpfer ist für diejenigen, die Ihn fürchten“. Wenn der Mensch sich erst darauf vorbereitet, den Palast des Schöpfers zu betreten, dann ist es unmöglich, die Wege des Wahrheit zu verstehen, doch man kann ein Beispiel anführen, damit der Mensch, sogar wenn er sich erst in der Vorbereitungsphase befindet, etwas verstehen könnte. Wie die Weisen sagten: „Ein Gebot rettet und beschützt, wenn man es erfüllt, doch die Thora rettet und beschützt, sowohl wenn man sich mit ihr beschäftigt als auch wenn man sich nicht mit ihr beschäftigt.

Die Sache liegt so, dass das Erfüllen eines Gebotes die Anwesenheit von Licht bedeutet, welches der Mensch erreichte. Ein Gebot jedoch kann dem Menschen nur zu der Zeit dienen, wenn er über Licht verfügt und sich darüber freut. Das wird als Gebot bezeichnet. D.h. der Mensch wurde noch nicht der Thora würdig, und nur das Licht gibt ihm spirituelle Lebenskraft.

Thora dagegen bezeichnet den Weg, den er erkannte, und der ihm sogar dann dienen kann, wenn er kein Licht hat. Und das, weil nur das Leuchten ihn verlässt, aber der Weg, den er in der Arbeit erkannte, kann ihm auch dann dienen, wenn das Leuchten schwand.

Doch damit einher muss man wissen, dass das Gebot zu der Zeit, wenn es ausgeführt wird, wichtiger ist, als die Thora, wenn man sich nicht mit ihr beschäftigt. D.h. wenn der Mensch Licht erhält, bedeutet dies, dass er ein Gebot erfüllt, und deswegen ist das Gebot, wenn der Mensch Licht hat, wichtiger als Thora, wenn er kein Licht hat, also wenn die Thora nicht sein Leben ist.

Einerseits ist die Thora wichtig, da der Weg, welchen er in der Thora erkannte, ihm dienlich sein kann, doch wenn es in ihm kein Leben gibt, welches als das Licht bezeichnet wird, und im Gebot erhält er Leben, welches als das Licht bezeichnet wird- in dieser Hinsicht ist das Gebot wichtiger als Thora.

Deswegen wird der Mensch, wenn es in ihm kein Leben gibt, als Sünder bezeichnet, da er jetzt nicht sagen kann, dass der Schöpfer die Welt in seiner Güte lenkt. Und da er den Schöpfer beschuldigt, wird er als Sünder bezeichnet, denn nun empfindet er, dass es in ihm kein Leben gibt, und es keinen Anlass zur Freude gibt, und keinen Grund um zu sagen, dass er jetzt dem Schöpfer dafür dankbar ist, dass er Ihm Genuss bereitet.

Und es gibt keinen Grund zu erwarten, dass er glauben wird, dass der Schöpfer die Anderen in Güte lenkt, da wir die Wege der Thora in unseren Sinnesorganen wahrnehmen. Wenn der Mensch tatsächlich glauben würde, dass einem Anderen die Lenkung des Schöpfers als gütig offenbart ist, müsste ihm dieser Glaube Freude und Genuss bringen, da er glaubt, dass der Schöpfer die Welt in Güte lenkt.

Doch wenn der Mensch sich nicht daran erfreut, dass es einem Anderen gut geht, wenn ihm das keine Freude und Lebendigkeit einbringt, was für einen Nutzen hat es dann zu sagen, dass der Schöpfer auf den Anderen mithilfe von Genüssen achtet, denn das Wichtigste ist doch das, was der Mensch am eigenen Körper verspürt: entweder geht es ihm gut oder es geht ihm schlecht. Und dass es dem Anderen gut geht, ist nur dann gut, wenn er genießt, dass es dem Anderen gut geht.

Wir lernen also an den Empfindungen des Körpers, dass der Grund unwichtig ist, es ist nur wichtig, ob der Mensch sich gut fühlt. Wenn er sich gut fühlt, dann sagt der Mensch, dass der Schöpfer gütig ist und Gutes bringt, und wenn er sich schlecht fühlt, dann kann er nicht sagen, dass der Schöpfer ihn in Güte lenkt.   

Wenn er daher gerade die Tatsache genießt, dass es seinem Freund gut geht, und daraus gute Stimmung und Freude schöpft, dann kann er sagen, dass der Schöpfer ein guter Herrscher ist. Und wenn er keine Freude hat und fühlt, dass es ihm schlecht geht, wie kann er dann sagen, der Schöpfer sei gut und bringe Gutes?

Wenn sich also der Mensch in einem Zustand befindet, wenn er kein Leben und keine Freude hat, befindet er sich bereits in einem Zustand, wenn er keine Liebe zum Schöpfer hat. Er kann Ihn nicht mehr gerechtfertigen und in Freude sein, wie es einem gebührt, dem die Ehre zuteil wurde, einem großen König zu dienen.

Und überhaupt sollten wir wissen, dass das Höhere Licht in absoluter Ruhe weilt, und die ganze Vielfalt der Namen des Schöpfers die Unteren zum Grund hat, also alle Namen, die dem Höheren Licht gegeben wurden, ausgehend von dessen Erkenntnis durch die Unteren gegeben wurden. Mit anderen Worten, wie der Mensch das Licht erkennt, also wie er es wahrnimmt, so bezeichnet er es auch.

Und wenn der Mensch nicht spürt, dass der Schöpfer ihm etwas gibt- welchen Namen kann er Ihm dann geben, wenn er von Ihm nichts bekommt? Wenn der Mensch in jedem Zustand, den er spürt, sagt, dass er vom Schöpfer gegeben wurde, dann verleiht er gemäß seiner Empfindung dem Schöpfer einen Namen.  

D.h. wenn der Mensch spürt, dass es ihm in dem Zustand, in dem er sich befindet, gut geht, dann sagt er, dass der Schöpfer Gut und Gutes bringend heißt, da er es so empfindet- er fühlt, dass er vom Schöpfer Gutes erhält. Und dann wird der Mensch als Gerechter bezeichnet, weil er seinen Erschaffer gerechtfertigt.
Und wenn der Mensch sich in dem Zustand, in dem er sich befindet, schlecht fühlt, dann kann er nicht sagen, dass der Schöpfer ihm Gutes schickt, und wird daher als Sünder bezeichnet, weil er seinen Erschaffer beschuldigt.

Doch es gibt keinen Zwischenzustand, einen solchen, dass der Mensch sagen würde, dass er in seinem Zustand empfinde, dass es ihm gleichzeitig gut und schlecht geht. Es kann ihm entweder gut oder schlecht gehen.

Und die Weisen sagten, dass „die Welt entweder für vollendete Sünder oder für vollendete Gerechte erschaffen“. Und das, weil es nicht sein kann, dass der Mensch sich gleichzeitig gut und schlecht fühlen würde.

Und dass die Weisen sagen, es existiere ein Zwischenzustand, hat zum Grund, dass die Geschöpfe über den Begriff von Zeit verfügen, und der Zwischenzustand sich zwischen zwei Zeiten befindet, die aufeinander folgen: dem Aufstieg und dem Fall, wenn der Mensch mal Gerechter, mal Sünder ist. Doch es ist nicht möglich, dass der Mensch sich zur gleichen Zeit gut und schlecht fühlen würde.

Aus dem Gesagten folgt, dass zu dem Zeitpunkt, wenn man sich weder mit der Thora noch mit den Geboten beschäftigt, also wenn der Mensch kein Lebensgefühl hat, die Thora wichtiger ist als das Gebot. Zu solch einer Zeit ist die Thora, in der es kein Leben gibt, wichtiger als das Gebot, in dem es kein Leben gibt. Denn an einem Gebot, in dem es kein Leben gibt, kann es nichts haben, während es ihm dagegen von der Thora trotz alledem der Weg in der Arbeit bleibt, den er empfing, als er sich mit der Thora beschäftigte. Und sogar wenn das Leben wich, bleibt ihm der Weg, auf den er zurückgreifen kann.

Doch es gibt Zeiten, wenn das Gebot wichtiger ist als die Thora. Das geschieht dann, wenn es im Gebot Leben gibt, und in der Thora nicht.

Daher gibt es für den Menschen, wenn es sich nicht mit der Thora und den Geboten befasst, also wenn er keine Freude und kein Leben an der Arbeit hat, kein anderes Rat- nur das Gebet. Doch während des Gebets soll er wissen, dass er ein Sünder ist, weil er jetzt keine Güte und keinen Genuss spürt, die in der Welt existieren.

Und sogar wenn er denkt, dass er daran glauben kann, dass der Schöpfer ihm nur Gutes gibt, befinden sich nicht alle Gedanken des Menschen, das was er tut, tatsächlich im Rahmen der Arbeit. Der Mensch befindet sich im Rahmen der Arbeit, wenn der Gedanke zur Tat führt, also zur Empfindung in den Organen. Dann müssen die Organe verspüren, dass der Schöpfer gut ist und Gutes bringt, und daraus Leben und Freude schöpfen.

Und wenn er kein Leben hat, was nützen dann seine Berechnungen, denn seine Organe lieben doch jetzt nicht den Schöpfer, weil Er ihnen Gutes bringt? Daher soll der Mensch wissen, dass wenn er keine Freude und kein Leben an der Arbeit hat, dies ein Zeichen dafür ist, dass er ein Sünder ist, da er nicht über Güte verfügt, wie es oben gesagt wurde. Und alle seine Gedanken entsprechen nicht der Wahrheit, wenn sie nicht zur Tat führen- zur Empfindung in den Organen, infolge wovon der Mensch den Schöpfer lieben wird, da Er den Geschöpfen Genuss schenkt.   

 
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