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Shamati 18: Im Dunkeln weine, meine Seele PDF Drucken E-Mail

Wenn sich über dem Menschen die Verhüllung des Spirituellen verstärkt, und er in einen solchen Zustand eintritt, dass er keinerlei Geschmack an spiritueller Arbeit verspürt, überhaupt nicht in der Lage ist, sich Liebe und Ehrfurcht vorzustellen und zu empfinden, nicht in der Lage ist, etwas mit der Absicht zu geben zu tun - dann hat er keine andere Wahl, als nur zu weinen und zum Schöpfer zu rufen, dass Er sich seiner erbarmen möge und die Verdunkelung von seinen Augen und seinem Herzen nehmen würde.

In spiritueller Arbeit ist das Weinen ein ungeheuer wichtiger Zustand. Es heißt, dass alle Tore zum Schöpfer verschlossen sind, außer den Toren der Tränen. Doch wenn die Tore der Tränen offen stehen, wozu braucht man dann überhaupt alle anderen Tore?

Das gleicht dem, wie der Mensch einen anderen Menschen um etwas Notwendiges bittet, dem er eine riesige Bedeutung beimisst. Er bittet und fleht aus aller Kraft, und der Andere bleibt ungerührt. Wenn er also sieht, dass es bereits sinnlos ist, weiter zu flehen und zu bitten, bricht er in Tränen aus. Und davon seht geschrieben: "Alle Tore sind verschlossen außer den Toren der Tränen". D.h. die Tore der Tränen stehen gerade dann offen, wenn alle anderen Tore geschlossen sind. Dann kommen die Tore der Tränen an die Reihe und es wird sichtbar, dass sie offen stehen.

Und solange die Tore des Gebets offen stehen, gibt es keinen Platz für die Tore der Tränen, und das bedeutet, dass sie geschlossen sind. Wann sind aber die Tore der Tränen nicht geschlossen? Gerade dann, wenn alle anderen Tore geschlossen sind, öffnen sich die Tore der Tränen. Denn bis dahin denkt der Mensch, dass es noch eine Möglichkeit für Bitten und Flehen ist.

Und davon steht geschrieben: "Im Dunkeln weine, meine Seele" - wenn der Mensch eine vollständige spirituelle Verhüllung erreicht, erst dann beginnt seine Seele zu weinen, weil ihm keine andere Wahl bleibt. Daher sagt man: "Alles, was in deiner Kraft ist zu tun - tue!"

 
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