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1.) Kabbala
2.) Studium
3.) Gesellschaft
4.) Mensch
5.) Geschichte
6.) Religion & Spiritualität
7.) Wissenschaft & Medizin
8.) (Virtuelle) Gruppe
1.) Kabbala:
- Was ist die Wissenschaft der Kabbala?
Die Wissenschaft der Kabbala ist eine Methodik der Enthüllung einer einzigen,
das ganze Universum lenkenden, höheren Kraft, für jeden Bewohner dieser Welt.
- Kabbala ist eine Wissenschaft vom Empfang des Genusses, wozu sollte ich ihn
empfangen, ich genieße auch so?
Die Kabbala ist berufen, dem Menschen die Antwort auf die Frage nach dem Grund
seiner Leiden, seines Gefühls von Leere und Unzufriedenheit zu beantworten. Wenn
der Mensch diese Frage nicht hat, dann braucht er die Kabbala nicht. Zur
Wissenschaft der Kabbala kommt man mit der Frage: „Was ist der Sinn meines
Lebens?" - und bekommt eben darauf eine Antwort, durch die Enthüllung des Sinns
des Universums und eines jeden Menschen darin.
- Wozu sollte ich Kabbala studieren?
Das Studium des Wissenschaft der Kabbala erlaubt es dem Menschen, die Frage nach
Ursache und Zweck seiner Existenz zu beantworten, seinen Platz im Universum zu
bestimmen, nach einer Untersuchung aller möglichen Entscheidungen die beste zu
treffen und seinen Zustand zum Besten zu verändern.
- Was studiert die Wissenschaft der Kabbala?
Die Wissenschaft der Kabbala studiert die Quelle, den Entwicklungsprozess und
den Aufbau des Universums, seine kausale Basis, den Zweck, den Platz des
Menschen darin, sowie die praktische Anwendung dieser Kenntnisse in der Lösung
der Frage nach der Aufgabe des Menschen in der Welt.
2.) Studium:
- Welche Methoden werden im Studienprozess verwendet?
Das Studium verläuft nach klassischen kabbalistischen Quellen: das Buch der
Schöpfung, das Buch Sohar, die Werke von Ari, die Werke von Baal HaSulam und
Rabasch. Der gesamte Unterricht, alle Lektionen werden in dem für alle
zugänglichen System des Internets in acht Sprachen übertragen: Hebräisch,
Russisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch in
Simultanübersetzung.
- Worauf ist die Methodik aufgebaut?
Im Verlauf des Studiums des Aufbaus höherer Welten, beginnt der Schüler
allmählich, deren Struktur und Form, Charakter und Eigenschaften wahrzunehmen.
Das gleicht der Art und Weise, wie alle praktischen Fertigkeiten in unserer Welt
erlangt werden, wenn Gewohnheit und Übung im Menschen eine Möglichkeit kreieren,
wahrzunehmen, was er zuvor nicht wahrgenommen hat, was ihm entgangen war, wenn
sie selbst im Studierenden Voraussetzungen dafür schaffen, um die von modernen
Menschen nicht gefühlte feinere Schicht des Universums zu verspüren,
wahrzunehmen, die sich außerhalb, um unsere gefühlte Welt herum befindet.
- Welches Resultat gibt die Lesung des Materials in einer Gruppe?
Das Studium des Materials in einer Gruppe kreiert in jedem, der in der Gruppe
studiert, in Abhängigkeit von seiner Verbindung mit der Gruppe, eine größere
Empfänglichkeit zur Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber feinen Vibrationen
des Universums. Man muss anmerken, dass der Student im Verlauf des Studiums
sozusagen ein neues Sinnesorgan erlangt, welches ihm eine zusätzliche äußere
Sphäre um die von uns empfundene Welt herum enthüllt. In dieser Sphäre entstehen
alle zukünftigen Ereignisse, die später in unsere Welt hinabsteigen, und auch
alle unsere Handlungen in dieser Welt werden in dieser äußeren Dimension fixiert
und bestimmen zukünftige Ereignisse. Auf diese Weise erlaubt es der Erwerb einer
reellen Empfindung der äußeren, höheren Informationsschicht dem Empfindenden,
richtig zu handeln, zu für sich besseren und komfortablen Zuständen zu gelangen.
- Warum baut die kabbalistische Methodik auf einer Gruppen-Herangehensweise,
warum kann man sich nicht individuell entwickeln?
Um in sich die Möglichkeit von feinen Empfindungen zu entwickeln, ist eine
Konzentration der Aufmerksamkeit auf dieses Ziel während des Studiums notwendig,
Kommilitonen helfen einander durch ihre Anwesenheit und Teilnahme.
- Wie viel Zeit ist erforderlich, um ein sechstes Sinnesorgan zu entwickeln?
Baal HaSulam behauptet in der „Einführung zu Talmud Esser HaSefirot", dass dafür eine Dauer von drei
bis fünf Jahren notwendig ist. Man muss hinzufügen, dass das möglich ist, wenn
der Student seinerseits alle Bedingungen für den richtigen Forschritt kreiert.
Abhängig vom Fleiß, kann diese Dauer in der Gegenwart auch verkürzt werden. Doch
die Praxis zeigt, dass dafür dennoch bei günstigen Bedingungen eine Dauer von
7-10 Jahren notwendig ist.
- Können Sie sagen, wie viele Menschen, die Kabbala studieren, wie viele von
Ihren Schülern in das Spirituelle ausgetreten sind, ihre Namen?
Unter meinen Schülern gibt es solche. Genaueres zu sagen habe ich kein Recht.
- Muss ein Mensch, der Kabbala studiert, sich nur in dieser Richtung entwickeln?
Treten Begriffe von Karriere und Professionalismus in den Hintergrund?
Oder ist es ein gewisses Universal, welches in sich sehr organisch alle Elemente
des sozialen Wesens vereinen und dabei ein sehr hohes spirituelles Subjekt sein
kann - „ein Erfolgsmensch" in sehr tiefem Sinn dieses Worts. Möglicherweise ist
ein in dieser Welt erfolgreicher Mensch für die Kabbala verloren. Oder ist er
nützlich? Jede Beschäftigung des Menschen in dieser Welt wird nach dem für die
Menschheit nützlichen Ergebnis bewertet. Da alle Handlungen des Menschen
egoistisch erzwungen sind und es an ihnen nichts Nützliches gibt, außer der
Tatsache, dass der Mensch im Endeffekt ihre Nutzlosigkeit enthüllen und zur
Lösung der Korrektur gelangen wird, stellt sich heraus, dass der Kabbalist der
einzige nützliche Mensch in unserer Welt ist, weil er durch seine Handlungen,
Korrekturen in unsere Welt das höhere Licht heranzieht, welches Wohl und
Überfluss bringt. Die Kabbala ruft den Menschen dazu auf, im Rahmen unserer Welt
seine Bürgerpflicht zu erfüllen, zu arbeiten, eine Familie zu haben, der
Gesellschaft zu dienen. Doch dabei als seine Bestrebung, sein Ziel die
spirituelle Erhebung bis zum Schöpfungsziel zu setzen, bis zur Ursache seiner
Erscheinung in dieser Welt. In diesem Fall braucht der Mensch nicht mehr in
diese Welt hinabzusteigen.
- Die Verstärkung des Egoismus, die Erweiterung des Wunschhorizontes bei
denjenigen, die Kabbala studieren: und wo ist hier die regulierende Komponente,
ein gewisser zurückhaltender Faktor? Denn ohne diese Regulatoren kann sich der
Mensch in ein unmoralisches und sozial gefährliches Subjekt verwandeln.
Der Egoismus könnte sich unendlich verstärken, doch weil je größer er ist, sich
umso klarer die Unmöglichkeit von dessen Befriedigung offenbart, kommt es zu
einem kritischen Punkt seiner Entwicklung, wenn den Inhabern des Egoismus selbst
klar wird, dass der Egoismus schädlich ist. Von diesem Moment an ist die weitere
Entwicklung des Egoismus problematisch: der Mensch beginnt bereits, darüber
nachzudenken, wie er ihn in seiner Gestalt verändern kann, um die Möglichkeit zu
erlangen, ihn wenigstens in irgendeinem Maße zu erfüllen. Und dann tritt auch
die volle Enttäuschung im Egoismus als dem Mittel zur Erfüllung ein, und die
Suche geht bereits hinter seine Grenzen. Doch solange die Undurchführbarkeit der
egoistischen Erfüllung nicht enthüllt ist, sind gefährliche und unmoralische
Taten von Egoisten, Völkern, Staaten möglich.
- Dem Zustand der Erfüllung geht der Zustand der Leere voraus. Wie kann man im
Zustand der Leere „nicht abreißen" und nach dem höheren Ziel „greifen", d.h. in
der Empfindung, dass „ich nichts habe" dazu kommen, dass „ich nichts empfangen
will", denn das ist doch aus der Sicht des Egoismus unmöglich?
Im Zustand von Entrückung, Leere, dem Gefühl von Ausweglosigkeit kann der Mensch
seine spirituelle Ausrichtung nur dann fortsetzen, wenn er:
-
In sich Gewohnheiten schafft, die von ihm Taten fordern werden, weil sie
sozusagen zu seiner zweiten Natur wurden;
-
Um sich herum eine entsprechende Umwelt kreiert, die ihn ständig im Zustand
von spiritueller Inspiration und Ausrichtung zum Ziel hält;
-
Systematischen Unterricht hat, dem er beizuwohnen verpflichtet ist etc.
- Sind in der Fortbewegung zum Spirituellen bestimmte Eigenschaften der
menschlichen Seele von Bedeutung, d.h. ist es möglich, ohne vorherige
spirituelle Erfahrung und spirituelle Vorzüge zu haben, in sich Eigenschaften
anderer Seelen „einzusaugen" und sozusagen diese spirituelle Erfahrung von
Anderen zu „übernehmen"?
Wie ein Mensch in unserer Welt, wenn er krank wird, beginnt, Wissen des Arztes
und fertige Arzneimittel zu benutzen, und nicht beginnt, Medizin zu studieren,
um sich von seiner Krankheit zu heilen, so kann er auch in seinem spirituellen
Fortkommen die Erfahrung und Ratschläge von denjenigen nutzen, die bereits das
Ziel erreicht haben, nach dem er strebt. Daher verfassen Kabbalisten Bücher, und
diejenigen, die dabei sind, die verborgenen Schichten des Universums zu
enthüllen, vergleichen ihre Empfindungen mit den Aufzeichnungen der Großen und
lernen es, Empfindungen zu analysieren.
3.) Gesellschaft:
- Hat die Kabbala einen Bezug zu einer bestimmten Nationalität, denn das ist
doch eine jüdische Lehre?
Die Grundlagen der Kabbala wurden von einem gewissen Abraham enthüllt, einem
Bewohner des alten Mesopotamien, der auch den Anfang für deren methodische
Entwicklung legte. Er verfasste auch das erste Buch zur Kabbala - das Buch der
Schöpfung. Seine Schüler, Verwandte, Diener und Nachfahren bildeten sich zu
einer Gruppe, die sein geistiges Erbe studierte, und die später begann, sich als
das „Volk Israel" zu bezeichnen, obwohl sie nach allen Merkmalen nicht mehr als
einen Teil des altpersischen Volkes darstellt - was auch genetische
Untersuchungen bestätigen.
- Gibt es Beispiele moral-ethischen Charakters, Beispiele von Barmherzigkeit von
Seiten der Kabbalisten, darunter auch Kabbalisten der Vergangenheit?
Ein Kabbalist ist keineswegs alles verzeihend und barmherzig, weil er die
Lenkung des Schöpfers als berechtigt und gerecht erkennt, sondern aus diesem
Grunde bewertet er Leiden als notwendig, und versucht nicht, „durch sein Mitleid
die Grausamkeit des Schöpfers zu kompensieren". D.h. er ist keineswegs
barmherziger als der Schöpfer, der dem Menschen alles Notwendige schickt, damit
er sich zum Schöpfungsziel vorarbeiten kann.
- Warum existiert eine Geschlechterteilung in unserer Welt (Männer und Frauen),
welchen Sinn hat das?
Um Malchut, den Willen zu empfangen, zur Korrektur zu führen, müssen in sie
Eigenschaften der Bina, Wünsche zu geben eingepflanzt werden. Malchut tauscht
ihre Eigenschaften des Empfangens nicht gegen Eigenschaften des Gebens um, doch
indem sie die Eigenschaften von Bina spürt, bekommt sie den Wunsch, ihre
Eigenschaften Bina anzugleichen, d.h. dass ihre einzige mögliche Handlung -
Genuss zu empfangen, der Handlung von Bina, dem Schöpfer gleichwertig werden
möge. Die Einführung der Eigenschaften von Bina in Malchut wird mittels der
Zerbrechung des Gefäßes (Kli, Schirm) und der Vermischung der Eigenschaften von
Bina und Malchut erreicht. Infolge davon entstehen in den Seelen sowohl die
gebenden Eigenschaften von Bina, als auch die empfangenden Eigenschaften von
Malchut. Beide muss man korrigieren. Das tut auch jeder, der sich korrigiert,
indem er seine Seele korrigiert. Doch alles, was es im Spirituellen gibt,
spiegelt sich in materiellen Objekten und Handlungen unserer Welt wieder, und
daher geschieht in den Körpern unserer Welt eine Unterteilung in Körper, die im
Spirituellen dem gebenden Parzuf - Seir Anpin - Mann, und dem empfangenden
Parzuf - Malchut - Frau entsprechen. Dementsprechend ist auch die Methodik der
Korrektur der Wünsche von der Absicht „für sich" zur Absicht „zu geben"
unterschiedlich. Man muss anmerken, dass nach privater individueller Korrektur
alle Seele zu Einer verschmelzen, ohne jeglichen Unterschied, in einem
allgemeinen System der Verschmelzung mit dem Schöpfer, gleich und vollkommen.
- Warum ist dem Menschen mehr die Zerstörung als das Schöpfertum eigen?
Weil die Seele Adams bei ihrem Abstieg von oben, aus der Welt der Unendlichkeit,
in unsere Welt, ein Zerbrechen des Schirmes erfuhr, infolge wovon sich die
Absicht zu geben in die ihr gegensätzliche Absicht zu empfangen verwandelte. In
diesem Zustand steigen einzelne, durch den Egoismus voneinander getrennte Seelen
in unsere Welt hinab, und die Folge dieses inneren Zustandes beobachten wir in
allen Taten des Menschen.
- Sind Kriege in unserer Welt Widerhall höherer spiritueller Prozesse?
Unsere ganze Welt wird von einem einzigen Gesetz des Universums bewegt, welches
dazu aufgerufen ist, die Menschheit zur Schöpferähnlichkeit zu führen, und alles
Geschehende sind Handlungen zum Zweck der Erreichung dieses Ziels. Wenn sich die
Menschheit im korrigierten, dem Schöpfer angeglichenen Zustand befände, gäbe es
keinerlei Veränderungen in der Natur und alles würde in einem stetigen optimalen
Betrieb ablaufen. Und solange die Menschheit solch einen Zustand noch nicht
erreicht hat, wirkt das gleiche Gesetz automatisch auf jeden persönlich und auf
alle zusammen ein, im Maße der Entwicklung eines jeden, um in jedem und in allen
das Bewusstsein für die Notwendigkeit hervorzurufen, das Ziel zu erreichen.
- Was ist Moral und Norm aus der Sicht des Kabbalisten?
Da alle unsere Handlungen in dieser Welt erzwungen sind und die Willensfreiheit
nur im Maße des Eintritts in die höhere Welt verwirklicht wird, gibt es keine
moralischen Normen in Reinform, die Menschheit enthüllt das allmählich für sich.
Die Kabbala fordert von jedem Mitglied der Gesellschaft, optimal nützlich,
ehrlich mit der Umgebung zu sein, die staatlichen Pflichten, die Bürgerpflicht
zu erfüllen.
- Ist der Einfluss der Faktoren Grundlage, Eigenschaften der Grundlage, Umgebung
und Eigenschaften der Umgebung auf das Geschöpf veränderbar, wie die Gene und
die Gesetze, nach welchen sich dieses Gen bei bestimmten Einflüssen der äußeren
Faktoren entwickelt?
Von den vier Faktoren unserer Entwicklung steht nur der Einfluss auf die äußere
Umgebung (Gesellschaft) in unserer Macht. In jedem Geschöpf existieren vier
Faktoren, die es bestimmen:
-
die Grundlage ist das primäre Material des gegebenen Geschöpfes, aus dem es
entstanden ist. Das Korn verfault - die äußere Form verschwindet vollkommen,
ähnlich wie unser Körper in der Erde verwest, doch die Basis bleibt und gibt
einen neuen Spross, ähnlich wie unsere Seele einen neuen Körper dazu zwingt,
geboren zu werden, um sich darin einzukleiden.
-
unveränderliche Eigenschaften der Grundlage. Eine Basis wird niemals die Form
anderer Brotweizen annehmen, zum Beispiel, von Hafer, sondern nur die ihr
vorausgegangene Form, die sie verloren hat, d.h. die Form von Weizen. Es sind bestimmte Veränderungen in der Quantität und der Qualität des neuen
Sprosses möglich, die von der Umwelt abhängen, vom Grund, von Dünger,
Feuchtigkeit, Sonne, doch die Basis der Form des Weisens (d.h. des vorherigen
Wesens) erfährt keinerlei Veränderungen.
-
Eigenschaften, die sich unter der Einwirkung der Umgebung verändern. Unter
der Einwirkung äußerer Faktoren verändert sich qualitativ die Hülle des Wesens -
das Korn bleibt Korn, doch seine äußere Form verändert sich und hängt von der
Umwelt ab. Zusätzliche äußere Faktoren haben sich an das Wesen angeschlossen und
haben in Verbindung mit diesem, aufgrund des Einflusses der Umwelt, eine neue
Eigenschaft ergeben. Das kann die Sonne sein, der Grund, Dünger, Regen - im
Bezug auf das Korn; oder Gesellschaft, Gruppe, Bücher, Lehrer - in Bezug auf den
Menschen.
- Veränderungen der äußeren Kräfte. Dem Menschen ist eine
Gesellschaft notwendig, die sich entwickelt und ständig seine Entwicklung
beeinflusst. Und der Mensch beeinflusst seinerseits die Umgebung, während er
sich entwickelt, und zwingt sie zum Wachstum, was seinerseits wiederum den
Menschen erhebt. Auf diese Weise wachsen der Mensch und seine Umgebung parallel.
Durch diese vier Faktoren wird der ganze Zustand eines jeden Geschöpfes
definiert
-
Mein Wesen kann ich nicht verändern;
-
Die Gesetze, nach denen sich mein Wesen verändert, kann ich nicht verändern;
-
Die Gesetze der Veränderung meiner inneren Eigenschaften in Abhängigkeit von
äußeren Einflüssen kann ich nicht verändern;
-
Die Umgebung, von welcher ich vollkommen anhängig bin - das kann ich
verändern.
Wenn ich in der Gegenwart auf meine Umgebung Einfluss nehmen kann, dann bestimme
ich dadurch meinen zukünftigen Zustand.
Das Einzige, worauf die Umgebung Einfluss üben kann, ist die Qualität und die
Quantität, d.h. das Tempo und die Qualität des Weges, den der Mensch
durchwandern wird: wird er ihn mit Schmerz beschreiten, in Angst, in Leiden, in
Jahrtausenden blutiger Kriege, oder wird er ihn ruhig, komfortabel zu Ende
durchwandern, weil er selbst nach dem Ziel strebt.
- Begriff von „Neid" und von „Gruppenkonflikten". Muss man künstlich so eine
Form der gegenseitigen Beeinflussung erschaffen, mit dem Ziel, die eigenen
Fehler zu offenbaren? Wenn man nur Äußerungen des Guten in Bezug auf sich sieht,
ist das nicht ein spiritueller Regress?
Man muss nichts künstlich erschaffen, weil sich im Maße des Wachstums der
Wünsche alle Mängel offenbaren werden, und nichts in der Lage sein wird, sie in
verborgenem Zustand zu halten - weder die Erziehung noch die Scham. Die
Entwicklung neuer Wünsche stellt den Menschen vor sich selbst und der Umgebung
bloß.
4.) Mensch:
- Kabbala und Drogensucht: kann die Kabbala eine Alternative zur Drogensucht
werden? Wenn ja, wird das nicht einfach der Ersatz des Einen durch das Andere
sein?
Da die Wissenschaft der Kabbala dem Menschen die wahren Ziele seiner Existenz
offenbart - den Menschen zum Zustand von Vollkommenheit und Perfektion in diesem
Leben zu führen - werden die Gründe, die den Menschen zur Drogensucht führen,
annulliert. Wenn man den jungen Menschen zeigt, worin das wahre Ziel des
menschlichen Lebens besteht, ihnen die Möglichkeit zeigt, Vollkommenheit,
unendliche Existenz, grenzenlose Erkenntnis und Macht zu erreichen, dann wird
das unbedingt alle Probleme von Drogensucht, kriminellem Verhalten und allen
Lastern der Menschheit eliminieren. Die Wissenschaft der Kabbala behauptet, dass
der Grund für solch ein klares Auftreten aller möglichen Laster in unserer Zeit
einzig der ist - den Menschen die Notwendigkeit der Erkenntnis des Universums zu
offenbaren, dessen Ziels, des Zwecks des Menschen, und den Menschen zum Glück zu
führen.
- Warum ist der Mensch egoistisch? Warum ist das Wort „Egoismus" historisch
negativ besetzt?
Die ganze Natur ist der Wille zu verschlingen, zu genießen, das eigene Verlangen
zu erfüllen, die Empfindung der Leere, des Mangels. Geschöpfe, deren
Entwicklungsstufe des Wunsches als leblos, pflanzlich und tierisch
charakterisiert wird, wollen nur den eigenen Mangel erfüllen. Die
Entwicklungsstufe des Willens „Mensch" verfügt über eine qualitative
Unterscheidung: in ihr gibt es nicht nur den Wunsch, sich selbst zu füllen, wie
auf der tierischen Stufe, sondern auch die Empfindung von seinesgleichen.
Dadurch fühlt der Mensch die Genüsse und Leiden der Anderen, d.h. er kann seine
Wünsche erweitern - durch Neid, Streben nach Ehre - und kann lernen, Leiden zu
meiden. Er will sich nicht dadurch erfüllen, was er will, sondern dadurch, was
die Anderen genießen. Er leidet an dem, was der Andere hat, ganz gleich ob er es
hat oder nicht. Deswegen wird die tierische Stufe des Wunsches nach Erfüllung
nicht als egoistisch bezeichnet, und die Stufe des Wunsches „Mensch" ist
egoistisch. Und die ist negativ, weil der Mensch sich mit anderen vergleicht und
immer der Erfülltere sein will. Er muss mit allen Mitteln diese Empfindung
kompensieren (auch auf Kosten der Anderen). Dieses Streben ist die Wurzel aller
Zusammenstöße und Konflikte und gilt daher als negativ.
- Unterscheiden sich Kabbalisten von anderen Menschen durch irgendwelche
Merkmale, sagen wir, durch ihre Moralität?
Ein Kabbalist verändert sich nur im Maße seiner Korrektur. Zu Beginn durchläuft
er eine Phase der Erkenntnis des eigenen Egoismus als des Bösen. Im Laufe dieser
Periode wächst in ihm allmählich der Egoismus, weil er ein solches Ausmaß
erreichen soll, damit dem Menschen absolut klar wird, dass er nicht in der Lage
ist, damit fertig zu werden, und dass sein Egoismus sein einziges Böses
darstellt. Daher ist der Kabbalist in dieser Phase noch egoistischer als die
Menschen, die ihre egoistische Entwicklung nicht durchlaufen. Diese Phase kann
bis zu einigen Jahren andauern. Dann beginnt die Phase der Abstoßung des
Egoismus, wenn ein Kabbalist sich zu Äußerungen sowohl des eigenen als auch des
fremden Egoismus scharf negativ verhält. Die nächste Etappe ist dann, wenn ein
Kabbalist Menschen nur noch positiv bewertet, weil er die Lenkung des Schöpfers
bereits vollständig rechtfertigt.
- Wozu müssen wir hier irgendwelche Fähigkeiten entwickeln: Wissenschaften
studieren, einen Beruf erlernen, Fremdsprachen etc, wenn wir das im Spirituellen
nicht brauchen werden?
Diese Welt stellt sich uns in den fünf Sinnesorganen als eine Kopie der
spirituellen Welt, des Zustandes, der Wahrnehmung im sechsten Sinnesorgan dar.
Der Unterschied besteht nur im Material, auf welchem die Wahrnehmung
stattfindet: auf egoistischem Material (Unterlage, Matrix, Schirm) oder auf
altruistischem. Daher ist eine Entwicklung des sechsten Sinnesorgans aus keinem
anderen Zustand möglich, als nur aus dem Befinden in den Empfindungen unserer
fünf Sinnesorgane. Gerade aus ihnen, trotz ihnen, können wir das sechste
Sinnesorgan richtig entwickeln, weil die Relation zwischen den fünf
Sinnesorganen und dem sechsten eine entgegengesetzte ist.
- Existiert noch jemand Vernünftiges außer dem Menschen?
Die Vernunft ist ein Produkt der Wünsche, welches sich eben zur Erreichung des
Erwünschten entwickelt hat. Da es kein egoistischeres Geschöpf als den Menschen
gibt, gibt es auch kein vernünftigeres als den Menschen. Im Maße der Entwicklung
des sechsten Sinnesorgans entwickeln sich im Menschen auch seine natürlichen
Wünsche, eben um auf ihnen das sechste Sinnesorgan großzuziehen. Daher wird
einer, der Kabbala studiert, zu einem größeren Egoisten und einem vernünftigeren
Wesen als seine Umgebung. Doch eben dank der Tatsache, dass er über und gegen
seinen Egoismus (vor-)geht. In diesem Fall kann man sagen, dass es niemanden
Vernünftigeren als den Kabbalisten gibt, der das ganze Universum von den Tiefen
unserer Welt bis zu den Höhen der höheren Welt erkannte.
- Ist etwa alles in unserer Welt vorherbestimmt, zum Beispiel, ob ich Präsident
oder Müllmann werde, eine bestimmte Frau heiraten werde etc?
Absolut alles ist vorherbestimmt, und die freie Wahl besteht nur in der
Beschleunigung des Weges zu dem von vorn herein vorgegebenen Ziel, und auf dem
von vorn herein vorgegebenen Weg. Doch das persönliche Streben nach dem Ziel,
welches vom Schöpfer vorgegeben ist, erschafft im Menschen Eigenschaften, die
dem Schöpfer gleich sind, und erhebt ihn auf die Stufe des Schöpfer - die ewige,
unendliche Stufe der allumfassenden Erkenntnis.
- Wenn ich Kabbala studieren werde, wird mir das irgendwie im Leben helfen,
werde ich weniger krank sein, erfolgreicher sein etc?
Relativ, weil solange noch nicht alles in der Welt korrigiert ist, die
persönliche Korrektur eines jeden dennoch Verzerrungen erfährt, negative
Einflüsse von unkorrigierten Seelen, und daher erkranken und sterben auch die
Kabbalisten.
- Warum haben einige Menschen Glück und die Anderen nicht, warum ist der Eine
reich und berühmt und der Andere arbeitet als Hausmeister, warum kommt der Eine
in so einer Familie auf die Welt (reich, wohlhabend), und der Andere - in einer
armen Familie, warum stirbt der Eine jung und der Andere alt? Wovon hängt das ab
und wozu ist das notwendig?
Das wird durch die Wurzel einer jeden einzelnen Seele in der allgemeinen Seele
Adams bestimmt, durch ihre Verbindung mit anderen Seelen und anderen Faktoren,
die zur Korrektur einer jeden besonderen Einzelseele von Nöten sind. Die Kabbala
erforscht diese Gründe eigentlich nicht, obwohl sie teilweise in dem Bereich
„Theorie von Reinkarnationen" untersucht und dargelegt werden, weil diese
Ereignisse, die mit den Seelen stattfinden, nicht dem Einfluss des Menschen
unterstehen. Die Willensfreiheit des Menschen kann und muss in voller
Ausrichtung auf die Annäherung an den Schöpfer mittels der Ähnlichkeit der
Eigenschaften verwirklicht werden.
- Der Begriff von Freiheit: wie weit kann er im Geschöpf, d.h. auch im Menschen
uneingeschränkt sein, wenn doch absolute Freiheit unter anderem auch die
Freiheit vom Schöpfer meint?
Das Streben zum Schöpfer ist ein Naturgesetz, der Mensch ist darin nicht frei,
die Natur wird ihn durch Leiden dazu zwingen, zu Ihm zu streben.
Die Freiheit besteht darin, ohne Leiden abzuwarten, freiwillig diesen einzigen
Weg anzunehmen. Und solange der Mensch nicht freiwillig diesen Weg annimmt, wird
ihn die Natur im Maße seines Widerstandes dazu zwingen, seine Einstellung zur
Willensfreiheit in der Annäherung an den Schöpfer zu überdenken.
- Was kann als der Egoismus der höchsten Stufe gelten?
Der Egoismus der höchsten Stufe befindet sich im Menschen. Denn außer dem
Willen, sich auf tierischer Stufe zu erfüllen, ist ihm als Überbau zu diesem
Wunsch das Gefühl des Nächsten gegeben. Dieses Gefühl des Nächsten nutzt der
Mensch, indem er den Nächsten beneidet und damit seine Wünsche vergrößert. Je
größer aber die Wünsche sind, desto größer die Empfindung des Mangels. Und zwar
unabgängig davon, ob der Mensch die Möglichkeit hat, alle von der Umgebung
übernommenen Wünsche zu erfüllen. Denn man kann den Willen nie erfüllen: Sobald
die Erfüllung, der Genuss in den Willen eintritt, verkleinert sich der Wunsch
selbst, bis hin zum Verschwinden, was zum Verschwinden der Empfindung des
Genusses führt. Im Endeffekt bleibt der Mensch leer, als hätte er gar nichts
empfangen. Das ruft Enttäuschung hervor sowie den Antrieb, wieder und wieder zu
versuchen, sich zu füllen. Dank der Werbung, der Entwicklung von Medien und der
engen Kommunikation der ganzen Menschheit, überzeugt sich der Mensch in unserer
Zeit schnell davon, dass ihm immer neue Wünsche keine Erfüllung bringen. Es
entsteht Leere, Depression - die Krankheit des Jahrhunderts. Das ist eben der
Egoismus der höchsten Stufe, wenn er versteht, dass er nicht die Kraft hat, sich
zu erfüllen. Im Endeffekt fährt der Mensch damit fort, nach Wegen der Erfüllung
zu suchen:
Entweder den Wunsch zu verkleinern, wodurch sich die Leiden, die Empfindung der
Leere verkleinern, was einer gewissen Erfüllung entspricht; oder eine Methode
der Erfüllung zu finden, bei welcher der Genuss nicht den Wunsch auslöschen
würde, sondern sie im Gegenteil zusammen existieren, einander unterstützen und
entwickeln würden. Diese Methode der Erfüllung heißt „kabbalistisch", weil sie
nicht auf der Verkleinerung des Egoismus basiert, sondern im Gegenteil auf
dessen Vergrößerung. Sobald der Mensch beginnt, die kabbalistische Methode der
Erfüllung an sich anzuwenden, wachsen seine Wünsche rasant an - bis zur Größe
des gesamten Universums, bis hin zur Bereitschaft, alle Genüsse in allen Welten
zu verschlingen. Doch gleichzeitig mit dem Wachstum der Wünsche erfüllt sie sich
der Mensch, und daher können sie sich ständig entwickeln, bis hin zur Größe des
Schöpfers. Daher entsteht der größte Egoismus in dem Menschen, der die Stufen
der spirituellen Welten erklimmt, aber der Mensch korrigiert und erfüllt ihn
sogleich.
- Der Mensch nimmt „unsere Welt" mit Hilfe von fünf Sinnesorganen wahr. Ist der
Mangel an einem der Sinnesorgane, zum Beispiel dem Seh- oder dem Hörvermögen,
von Vorteil oder von Nachteil? Was stellen solche Menschen dar?
Keine körperlichen Sinnesorgane hindern den Menschen oder helfen ihm in der
Verwirklichung seiner Bestimmung, da jede Besonderheit des Zustands eines
Menschen, seiner Sinnesorgane ebenfalls in die allgemeine Bedingung zur
Erreichung des Ziels eingeschlossen ist.
5.) Geschichte:
- Geschichte der Kabbalisten: wer war der erste Kabbalist, und welche Quellen
belegen das?
Abraham was der erste Kabbalist, der Verfasser des Buches der Schöpfung. Moses
der Autor der Tora. Rabbi Schimon bar Jochai - Autor des Buches Sohar. Ari -
Autor von vielen Büchern, das wichtigste davon ist der Baum des Lebens. Yehuda
Ashlag (Baal HaSulam) - Autor von Talmud Esser HaSefirot - des Kommentars des Buches Baum des Lebens (Ez
Chaim) und des Sulam-Kommentars zum Buch Sohar. Rabasch (Rabbi Baruch Ashlag) -
Autor der Bücher Shamati, Shlawey HaSulam, Dargot HaSulam.
6.) Religion &
Spiritualität:
- Wird in der Kabbala Meditation verwendet, und wenn nein, was ist dann die
„Absicht"?
In der Kabbala ist eine Konzentration der Anstrengung darauf notwendig, durch
das Bild dieser Welt hindurch die einige, die ganze Natur lenkende Kraft
auszumachen.
- Wissen die Religionen etwas von der Existenz des sechsten Sinnesorgans? Gab es
solche Fälle, dass ein religiöser Mensch, sagen wir, irgendein Priester, sich
mit der Kabbala beschäftigte und dabei Priester blieb?
Derjenige, der beginnt, sich mit der Wissenschaft der Kabbala zu befassen,
findet sich plötzlich ohne jegliche Konventionen, Bräuche, Sitten dieser Welt
wieder, weil er beginnt, in sich dieses Sinnesorgan (den Punkt im Herzen) zu
entwickeln, das in keiner Weise mit dieser Welt, sondern nur mit dem Schöpfer
selbst verbunden ist. Und daher entdeckt dieser Mensch für sich, dass keine
Bräuche, Religionen, Glaubensrichtungen, Bezug zum Schöpfer selbst und zur
Verbindung mit Ihm haben, sondern von Menschen für psychologischen Komfort,
Gefühl von Sicherheit, Rechtfertigung der eigenen Existenz und Einführung
minimaler moralischer Prinzipien der menschlichen Existenz (des menschlichen
Zusammenlebens) erschaffen wurden. Doch andererseits glaubt die Kabbala, dass
jeder Mensch im Maße seines inneren Bedürfnisses, sogar wenn er Kabbala
studiert, noch Bedarf an irgendwelchen Bräuchen verspüren kann. Die Kabbala
reißt ihn keineswegs davon los, sondern umgekehrt, empfiehlt sie ihm, seinen
Traditionen zu folgen, bis er ein Fehlen der Notwendigkeit an ihnen verspürt.
Darüber hinaus begrüßt die Kabbala die Ausführung von Traditionen und Gesetzen
der Erziehung, weil sie glaubt, dass sie dem Menschen helfen, in der Phase
seines Studiums kabbalistischer Regeln organisierter zu sein, bis schließlich
die Empfindung des Schöpfers, der höheren Welt, den Menschen lehren wird,
absolut richtig zu denken und zu handeln.
- Geburt und Tod - wie erklärt die Kabbala diese Begriffe? Was geschieht mit dem
Menschen, wenn er stirbt, siedelt seine Seele dann in einen anderen Körper um
oder gelangt sie in die Hölle oder ins Paradies?
Die Geburt und der Tod unseres Körpers sind nicht mehr als seine biologischen
Zustände. Natürlich sterben bei dem Tod des Körpers seine fünf Sinnesorgane
gemeinsam mit ihm, und es verschwindet die Empfindung „dieser Welt".
Ursprünglich existiert zwar das sechste Sinnesorgan in jedem von uns, auch im
Leben eines gewöhnlichen Menschen, aber es existiert bloß in Form eines
„Punktes", in einem rudimentären Zustand (nur in Form eines Reschimo), ohne
etwas in sich zu empfinden. Nach dem Tod des Körpers, sobald die Wahrnehmung in
den fünf Sinnesorganen schwindet, sichert der Punkt des sechsten Sinnes die
Empfindung des Befindens in der Wurzel, im Schöpfer, bis zu ihrer nächsten
Einhüllung in einen biologischen Körper mit seinen fünf Sinnesorganen- der
nächsten Geburt in dieser Welt. Wenn aber der Mensch im Laufe seines Lebens das
sechste Sinnesorgan entwickelt, beginnt er bereits während seines Lebens, die
höhere Welt darin wahrzunehmen, und identifiziert sich soweit damit, dass der
Tod des Körpers von ihm lediglich als Verschwinden aus seiner Empfindung eines
unbedeutenden Satzes an niedriger Information wahrgenommen wird. Die spirituelle
Entwicklung ist sowohl im Körper, als auch außerhalb von ihm möglich. Hölle und
Paradies sind Zustände, die von demjenigen empfunden werden, der den Schöpfer
erkennt: Hölle - völlige Entfernung vom Schöpfer, und Paradies - völlige
Verschmelzung mit dem Schöpfer.
- Wann siedelt die Seele in einen anderen Körper um, im Moment der Befruchtung
oder im Moment der Geburt?
Eine Seele ist ein Gefäß (Verlangen, Wunsch, Wille) der Schöpferähnlichkeit,
welches sich aus dem Punkt entwickelt hat. Der Punkt des Strebens nach
Schöpferähnlichkeit existiert innerhalb aller Wünsche des Menschen, die als
„Wünsche des Herzens" oder einfach als „Herz" bezeichnet werden. Daher wird der
Punkt selbst als der „Punkt im Herzen" bezeichnet. Wenn der Mensch, indem er die
kabbalistische Methodik nutzt, den Punkt bis zu den Maßen eines minimalen
Gefäßes der Schöpferähnlichkeit entwickelt, dann beginnt er, das höhere Licht
darin zu verspüren, die Anwesenheit des Schöpfers. Insgesamt gibt es fünf Stufen
der Entwicklung des Gefäßes einer Seele: 0- 1- 2- 3- 4, und dementsprechend
kleidet sich in das Gefäß Licht ein, Empfindung des Schöpfers: Nefesch - Ruach -
Neschama - Chaja - Jechida. Auf diese Weise zieht in einen Menschen, der sich in
dieser Welt befindet und der das sechste Sinnesorgan bis zur minimalen Größe
entwickelt hat, eine Seele ein.
- Überschreitet die Seele zwischen ihren Reinkarnationen von Körper zu Körper
den Machsom?
Der Machsom ist eine gedachte Grenze zwischen der Empfindung nur in den fünf
Sinnesorganen, der Empfindung „dieser Welt", und der Empfindung im sechsten
Sinnesorgan, der Empfindung der „höheren Welt". Die Überquerung des Machsoms
stellt das Ereignis des Erwerbs eines minimalen Gefäßes der Seele und eines
minimalen, sie erfüllenden Lichtes, der Empfindung des Schöpfers - des Lichts
Nefesch dar.
- Warum sagen Sie, dass man spirituelle Kategorien nicht mit irdischen Begriffen
erklären kann, man kann doch alles mit Worten erklären?
Mit irdischen Worten kann man nur Erscheinungen erklären, die diese Worte
entstehen lassen. Für jede unserer Empfindungen finden wir ein passendes Wort,
um die Empfindung auszudrücken. Wenn es jedoch für diese Empfindung nichts
analoges in unserer Welt gibt, gibt es auch keine Bezeichnung dafür. Daher kann
das, was im sechsten Sinnesorgan verspürt wird, nicht durch Worte unserer Welt
zum Ausdruck gebracht werden. Um die äußere Form ihrer Empfindungen der höheren
Welt wiederzugeben, benutzen die Kabbalisten die „Sprache der Zweige": da aus
der höheren Welt die Kräfte hinabsteigen, die unsere ganze Welt entstehen lassen
und alles darin Geschehende bestimmen, benutzen die Kabbalisten Namen der
Objekte und Vorgänge unserer Welt für die Bezeichnung von Objekten und Vorgängen
der höheren Welt. Das Problem besteht darin, dass es beim Lesen von
kabbalistischen Texten scheint, als würden wir eine Erzählung von unserer Welt
lesen, während die Kabbalisten die höhere Welt meinen. Solange wir aber nicht
selbst in die Empfindung der höheren Welt eintreten, werden wir nicht
herausfinden, welche Objekte und Vorgänge Kabbalisten meinen. Wozu sollen wir
dann kabbalistische Texte lesen? Nur um höheres, korrigierendes Licht auf uns zu
ziehen.
- Existieren tatsächlich solche Phänomene wie Verhexung, böser Blick,
Verdammnis, Aura, Hexen, Engel usw.?
Weil alle Seelen Teile eines allgemeinen Systems - einer einzigen Seele sind,
die als Adam bezeichnet wird, sind sie in der Lage, einander durch ihr
gegenseitiges Verhältnis zu beeinflussen. Daraus entstanden auch die Begriffe
von Verhexung, bösem Blick, Verdammnis, Segen, spiritueller Hilfe. In der
spirituellen Welt gibt es genauso wie in unserer alle Teile der Natur: unbelebt,
pflanzlich, tierisch und den Menschen. Sie alle sind in ihrem Wesen spirituelle
Kräfte ohne Gestalt und Form. Dementsprechend sind ihre Bezeichnungen: unbelebt
- Eichalot (Räume/Paläste/Anwesen), pflanzlich - Levushim (Verkleidungen),
tierisch - Malachim (Engel), Mensch - Neschamot (Seelen). Nur in unserer Welt
gibt es eine Kraft, eine Eigenschaft, die in einen Körper eingekleidet ist. In
der spirituellen Welt sind alle Objekte und Vorgänge in ihrem Wesen Kräfte ohne
jegliche Gestalt.
- Ist Kabbala irgendwie mit anderen spirituellen Richtungen verbunden?
Die Kabbala war niemals und in keiner Weise mit jeglichen mystischen,
religiösen, „spirituellen" Bewegungen verbunden, weil sie eine Wissenschaft über
die Natur der höheren Welt ist, die sich im Maße der Entwicklung im Menschen
eines sechsten Sinnesorgans - des Schirms offenbart. Das Mittel der Erforschung
ist der Schirm. Die Methodik der Erforschung ist die Wissenschaft der Kabbala.
Das untersuchte Objekt ist der Schöpfer oder die höhere Welt, was das Gleiche
ist. Die Wahrnehmung des Schöpfers bezeichnen wir als die Empfindung der höheren
Welt oder auch als Welten, spirituelle Stufen - Grade der Wahrnehmung des
Schöpfers. Oder noch genauer: überhaupt alles, was wir verspüren, ist nichts
anderes als die Wahrnehmung des Schöpfers in unserem Kli - dem Willen. Sogar
bevor der Mensch einen Schirm erlangt, nimmt er den Schöpfer in Gestalt dieser
Welt wahr. Daher wird eine solche Empfindung als „verhüllt" bezeichnet.
- Gibt es einen Unterschied zwischen der Kabbala und anderen spirituellen
Strömungen und Konfessionen?
Alle - außer der Wissenschaft der Kabbala - beschäftigen sich mit dem Studium
der menschlichen Psyche, mit Methoden, von deren Anwendung zur Erreichung von
einem größeren psychologischen Komfort. Nur die Kabbala beschäftigt sich mit der
Offenbarung des Schöpfers durch den Menschen, setzt nur das als ihr Ziel, und
keineswegs die Verbesserung des egoistischen Zustandes des Menschen in dieser
Welt, in diesem Leben.
- Man sagt, dass die Tarotkarten ihren Anfang in kabbalistischen Quellen nehmen,
ist das wahr?
In der Kabbala werden nie und nirgends solche Mittel angewandt. Die Kabbala
selbst verbietet jegliche Wahrsagerei, Beschäftigung mit Vorhersagungen. Das
widerspricht der Art der Forschungsweise eines Kabbalisten, der eben selbst,
freiwillig, die Augen für alles verschließt, um das höhere Kli zu erlangen -
Bina, Geben, dem Wissen zuwider. Gerade aufgrund der Verneinung der Enthüllung
kommt es zur Enthüllung.
- Menschen, die einen klinischen Tod erlebt haben, sagen, dass sie einen
Korridor sehen, Licht etc? Was geschieht mit dem Menschen, wenn er stirbt,
gelangt er etwa ins Paradies oder in die Hölle?
Nach dem Tod, d.h. nachdem man aufhört, Information durch die fünf körperlichen
Sinnesorgane zu empfangen, bleibt zur Verfügung des „Ich" (Malchut) des Menschen
nur die Wahrnehmung durch einen Punkt - die Eigenschaft von Bina. Diese minimale
Wahrnehmung des Spirituellen, ein Gefühl des Befindens in seiner Wurzel, dem
Schöpfer, gleicht einem Punkt. Zu diesem Zustand strömt die Wahrnehmung nach dem
Austritt aus der Wahrnehmung in den fünf irdischen Sinnesorganen. Man muss
anmerken, dass ein Kabbalist, indem er aus dem Punkt ein Gefäß entwickelt, darin
höheres Licht empfängt - eine Empfindung, die milliardenfach größer ist als bei
denjenigen, die einen klinischen Tod erleben, und zwar eine bewusste, stetige,
lenkbare Empfindung.
- Die Begriffe von gut und böse aus der Sicht der Kabbala? Wie bewertet die
Kabbala das Böse, welches in unserer irdischen Welt begangen wird, und welches
sich in Gutes verwandelt, wenn zum Beispiel ein Mensch, der böswillig eine Mücke
tötet, die Welt von Malaria befreit, ohne selbst davon zu wissen?
Das Gute ist die Eigenschaft des Schöpfers, Geben, Genussschenkung
(möglicherweise nicht in unserem egoistischen Verständnis). Das Böse ist alles,
was den Eigenschaften des Schöpfers entgegengesetzt ist, alles, was den Menschen
daran hindert, die Eigenschaften des Schöpfers zu erreichen. Gutes und Böses,
das in unserer Welt begangen wird, wird unbewusst ausgeführt, kraft von oben
eingegebener Eigenschaften. Dafür verfügt kein Mensch über Willensfreiheit.
Daher gelten auch alle „guten" Taten, wie die Befreiung der Menschheit von
Malaria, nicht als Taten eines Menschen, sondern als Handlungen des Schöpfers.
Das Tun des Menschen beginnt mit der Verwirklichung der Willensfreiheit, wenn
der Schöpfer den Menschen darauf hinweist, wie dieser sich an Ihn annähern kann,
und der Mensch bereit ist, sich in dieser Richtung zu bemühen - siehe Artikel
„Freier Wille".
- Existiert in der Kabbala Gebet?
Der Appell, der Ruf zum Schöpfer um Hilfe, und nur um den Erhalt der Kraft, die
Absicht für sich zu empfangen in die Absicht für den Schöpfer zu geben zu
verwandeln, stellt ein wirksames, effektives spirituelles Gebet dar. Alle
Wünsche eines jeden Weltbewohners, aller Geschöpfe: der leblosen, pflanzlichen,
tierischen Stufe, der Menschen gehen zum Schöpfer hinaus, und jeder davon
bekommt eine Antwort. Doch die Antwort auf das Gebet um die Annäherung an den
Schöpfer ist milliardenfach stärker, weil nur sie dem Schöpfungsplan entspricht.
Die übrigen Gebete gleichen der Bitte an den Schöpfer, das Böse zu beseitigen,
welches eben Er zufügt. Es ist klar, dass es nicht solche Verhältnisse sind, die
dafür gedacht sind, das Schöpfungsziel zu sein.
- Warum will der Schöpfer dem Geschöpf Genuss schenken? Ist das etwa ein Mangel
des Schöpfers?
Der Wille, dem Geschöpf Genuss zu schenken, resultiert nicht aus einem Mangel im
Schöpfer, sondern eben aus Seiner Ewigkeit und Vollkommenheit. Nur in einem
Vollkommenen entsteht der Gedanke an das Geben, und zwar im gleichen unendlichen
Maße wie Er selbst.
- Worin besteht die Verbindung zwischen unserer Welt und den höheren Welten, wo
ist der Platz der Kabbala in dieser Struktur?
Der Mensch nimmt die Umgebung durch seine 5 Sinnesorgane wahr. Die Wahrnehmungen
werden aufsummiert, mit den bereits im Gedächtnis vorhandenen verglichen und
zeichnen im Bewusstsein des Menschen das Bild der Welt. Alles, was sich
außerhalb der Sinnesorgane befindet, wird nicht wahrgenommen. Wenn ein Mensch
andere Sinnesorgane hätte, würde er die Welt um sich herum anders wahrnehmen.
Man kann auch durch Signale jedes Bild im Gehirn des Menschen erstellen, welches
er als Wirklichkeit wahrnehmen wird. Zweifellos nehmen andere Organismen die
Welt anders wahr.
- Wie ist die Welt außerhalb von uns?
Eine Frage kann es nur im Bezug auf den konkreten Betrachter geben. Eine Welt,
die von niemandem wahrgenommen wird, heißt „Er Selbst an Sich" (Azmuto). Eine
andere Bezeichnung gibt es nicht, weil Er selbst nicht wahrnehmbar ist. Nachdem
der Mensch einen sechsten Sinnesorgan entwickelt, nimmt er darin höhere
Information wahr, die Gründe für alles Geschehen in dieser Welt. Daher
bezeichnet er die Entdeckung der Gründe für das Geschehende als die „höhere
Welt". Indem man sich gleichzeitig in der Empfindung beider Welten befindet,
kann man Verbindungen zwischen Welten erforschen, wie und auf welche Weise die
höhere Welt die unsere lenkt, wie die Lenkungssignale hinabsteigen. Das Studium
dieser Abhängigkeiten und Verbindungen stellt den Studiumsgegenstand der
Wissenschaft der Kabbala dar.
- Wenn wir das Prinzip „Glaube über dem Verstand" betrachten, entsteht die
Frage: beginnt solch ein Prinzip für den Menschen zu gelten, der auf einer hohen
Stufe der spirituellen Entwicklung steht, oder gilt es für jeden?
Wenn wir den zweiten Fall betrachten, dann wird der Begriff von Wissenschaft auf
die Stufe von Religion mit ihren vorschreibenden Normen herabgesenkt, und wo
bleibt Platz für das Experiment? Glaube über dem Verstand - gemeint ist, wenn
sich dem Menschen die höhere Stufe mit ihren altruistischen Bedingungen
offenbart, die seinen wahren Eigenschaften widersprechen, so kann er diese Stufe
nur erklimmen, wenn er die Kraft gegen seinen Egoismus erlangt - den Glauben
über dem Verstand. Der Glaube ist die Kraft der Erhebung nach oben. Der Verstand
ist die Kraft der egoistischen Berechnung. Das Experiment und die
Willensfreiheit bleiben dem Menschen. Der Mensch hat die Freiheit der Suche nach
Kräften zur spirituellen Erhebung.
- Was geschah mit Eva, als Adam zerbrach?
Adam und Eva: Adam sind die neun ersten Sfirot, gleich unseren körperlichen fünf
Sinnesorganen, und Eva ist das Verlangen (der Wille), die zehnte Sfira, die von
Adam empfängt, ähnlich unserem Verlangen, welches Erfüllung von den fünf
Sinnesorganen bekommt. Adam und Eva sind zwei Komponenten eines einzigen
Geschöpfes, der Seele. Im ursprünglich erschaffenen Zustand befanden sie sich in
Schöpferähnlichkeit, im Geben, doch sie verloren diese Eigenschaften und fielen
in die Eigenschaft „Empfangen für sich". Außerdem zerbrachen sie in viele Teile,
von welchen jeder in seinem Aufbau dem Prototyp gleicht. In jedem Mensch
befindet sich ein Teil der allgemeinen Seele, und jeder ist verpflichtet, seinen
Teil zu korrigieren. Die Korrektur läuft auf die Vereinigung aller Teile zu
Einem in ihrem ursprünglichen gemeinsamen Wunsch und Absicht hinaus. Da die
Vereinigung gegen den Willen geschieht, steigern die unternommenen Anstrengungen
die Empfindung der Schöpferähnlichkeit von einem Punkt bis zum Maß des
Schöpfers. D.h. die wiederhergestellten Adam und Eva werden hinsichtlich ihrer
Größe und Eigenschaft gleich dem Schöpfer, der sie erschuf.
- Gemäß der Kabbala findet die Geburt der Seele im Geschöpf im Prozess des
Erwerbs neuer Eigenschaften statt. Wie kann man daran anknüpfend die Struktur
des Geschöpfes „vor seiner Geburt" charakterisieren?
Was stellt der Mensch dar, ist er ein gewisser seelenloser Mechanismus, eine
Maschine mit vorgegebenem Programm? Vor der Einhüllung in Wünsche der irdischen
Stufe und in den irdischen Körper stellt die Seele einen Punkt im Schöpfer dar.
Nachdem er in körperliche Wünsche hinabsteigt, bekommt dieser Punkt die
Möglichkeit, auf die Größe des Schöpfers anzuwachsen. Die Vergrößerung des
Verlangens geschieht mittels des Anschlusses an den Punkt der Wünsche
(Verlangen) der Umgebung. Das ist nur im Maße der Liebe zu den umgebenden
Menschen möglich. Auf diese Weise werden gleichzeitig Wünsche und Absichten
erworben - ein geeignetes und schöpferähnliches Gefäß - Wunsch für den Erhalt
des höheren Lebens. Außer diesem Punkt ist alles andere im Menschen nicht mehr
als ein Mechanismus, der nach vorgegebenen Parametern funktioniert, ohne
jegliche Willensfreiheit.
- Gedanken als Äußerung des Schöpfers im Menschen und als Folge der Veränderung
der Zustände: ist hier Platz für Freiheit des Geschöpfes oder ist es Privileg
des Schöpfers?
Gedanken, Wünsche, Handlungen - sie alle sind von unseren inneren Eigenschaften
vorherbestimmt, die in jedem Zustand durch das spirituelle Gen (das Reschimo)
und äußere Bedingungen realisiert werden. Die Willensfreiheit besteht nur in der
Veränderung der Umgebung. Doch dieser Umgebung ist der Mensch vollkommen
unterworfen. D.h. nach der Wahl der Umgebung ist er bereits ihr Sklave.
7.) Naturwissenschaft & Medizin:
- Kabbala und Hypnose: gibt es irgendeine Verbindung, und wenn nein, wie
argumentieren Sie, wie kann ich das wissen?
Die Wissenschaft der Kabbala ist die Methodik der individuellen Erschließung der
Welt, in welcher wir alle existieren. Die Studierenden empfangen das Wissen aus
einer Quelle, tauschen sich über ihre Empfindungen aus, prüfen sie an sich in
unterschiedlichen Lebenssituationen im Alltag. Die Kabbala verpflichtet den
Menschen, verheiratet zu sein, eine Familie zu unterhalten, zu arbeiten, seine
Bürgerpflichten zu erfüllen, seinen Umgangskreis nicht einzuschränken, sich
nicht zurückzuziehen, sondern eben diese Welt als eine annehmen, die speziell
dazu erschaffen wurde, um „aus ihr heraus" zu den eigenen Empfindungen die
Empfindung der höheren Welt hinzufügen.
- Verfügen Kabbalisten über irgendwelche übernatürlichen Kräfte?
Ein Kabbalist erhält von oben die Kraft der Beherrschung des eigenen Willens. In
den Maße, wie ein Kabbalist fähig ist, seine Wünsche in Übereinstimmung mit dem
höchsten Gesetz des Universums zu nutzen, der Eigenschaft des Gebens, empfängt
er in seine korrigierten Wünsche die höhere Information und die Erfüllung mit
Genuss.
- Können Kabbala und Kabbalisten Menschen von unterschiedlichen Krankheiten
heilen?
Kabbala ist per Definition eine Methodik der Offenbarung des Schöpfers an einen
Menschen, der in dieser Welt lebt. Im Maße der Enthüllung der höheren Welt,
erfüllt sich der Kabbalist mit höherem Licht, welches Kraft, Gesundheit, Wohl
bringt. Im Speziellen benutze ich diese Methode in meiner Heilpraxis. Doch da
alle Menschen miteinander verbunden sind, ist ein Kabbalist bis zur kompletten
Korrektur aller Menschen und bis alle vollständig Vollkommenheit und Ewigkeit
erreichen, „krank" für die Anderen, und leidet somit, obwohl er eigentlich
selbst gesund sein sollte, mit allen anderen, weil er deren Teil ist.
- Die Wissenschaft der Kabbala studiert die Erkenntnis des Höheren, den
Schöpfer, die höhere Kraft - ist das etwas Konkretes, verfügt das über eine Form
und Wohnort, kann man es mit fünf Sinnesorganen wahrnehmen - sehen, anfassen
etc.?
Wir verfügen von Geburt an über fünf Sinnesorgane: Sehen, Hören, Riechen,
Schmecken, Tasten. Das, was wir in unseren Sinnesorganen wahrnehmen, bezeichnen
wir als „Unsere Welt". Was nicht in den Empfindungsbereich gerät oder nicht von
Geräten erfasst wird, welche die Bandbreite eines jeden Organs erweitern, nehmen
wir nicht wahr und wissen noch nicht einmal, was uns denn zu einem vollständigen
Bild unserer Umgebung fehlt. Alles andere, was wir nicht wahrnehmen, was aber
außerhalb von uns existiert, wird von einem zusätzlichen Sinnesorgan erfasst.
Dieses zusätzliche Sinnesorgan wird als Wurzel von allem, was wir in den fünf
Sinnesorganen wahrnehmen, oder als Schöpfer bezeichnet. Die Empfindungen im
sechsten Sinnesorgan, welches als Schirm und reflektiertes Licht bezeichnet
wird, gleichen nicht dem, was in den fünf Sinnesorganen empfunden wird. Es ist
unmöglich, jemandem, der das nicht wahrnimmt zu erklären, was das ist, oder
unter unseren Wahrnehmungen etwas zu finden, was dieser Empfindung gleichen
würde. Der Schöpfer wird also nur im zusätzlichen Sinnesorgan empfunden, und
kann daher nicht von uns als über Maße, Gestalt, Gewicht, Farbe, Geschmack,
Dichte usw. verfügend bewertet werden. Die Aufgabe der Wissenschaft der Kabbala
besteht darin, im Studierenden ein zusätzliches Empfindensorgan zu entwickeln
und ihm beizubringen, dieses richtig zu benutzen. Die Empfindung in diesem Organ
wird als spirituell oder spirituelles Leben bezeichnet. Die Besonderheit des
zusätzlichen Organs besteht darin, dass obwohl der Mensch es entwickelt, während
er diese Welt wahrnimmt, die Empfindungen selbst keineswegs von den Empfindungen
in den fünf Sinnesorganen abhängen, und der Mensch sich vom Körper und den fünf
Sinnesorganen lösen und dabei in seiner Empfindung im sechsten Sinnesorgan
bleiben kann.
- Kann der Mensch die Zukunft, Vergangenheit sehen? Wenn nicht, wie erklären Sie
dann, dass Wahrsagerinnen, Zauberer manchmal richtig die Zukunft vorhersagen?
Oder dass aus prophetischen Schriften, sagen wir, aus der Bibel - alles sich
erfüllt hat und erfüllt?
Ein Kabbalist ist keineswegs ein Wahrsager. Tatsächlich können viele in unserer
Welt richtig die Zukunft vorhersagen. Tiere fühlen eine lange Zeit vor
Naturereignissen ihr Kommen. Menschen, die der Zivilisation fern leben,
verschärfen ihre im Vergleich zu anderen Menschen übersinnlichen Empfindungen
soweit, dass sie vergangene und zukünftige Ereignisse „sehen". Es sind auch
Phänomene wie das von Wolf Messing bekannt. Die Kabbala behauptet, dass
überhaupt alle Bilder des in der Zeit Stattfindenden gleichzeitig existieren und
sich nur auf der Zeitachse vor uns entwirken. Doch es ist möglich, sich über die
Zeit zu erheben, und dann werden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wie
Ereignisse bei der Ansicht eines Filmstreifens wahrgenommen, entlang dessen wir
mit dem Blick beliebig gleiten können, und dabei Bilder von bereits
Beschlossenem betrachten. Kabbala spricht davon, dass wir die Ereignisse und
ihre Reihenfolge nicht verändern können, weil das in unserem spirituellen Gen (Reschimo)
aufgezeichnet ist. Doch wir können unsere Einstellung zum Geschehen verändern,
und diese verändert auf grundlegende Weise unsere Wahrnehmung der Ereignisse,
von „dramatisch" zu „freudig". Doch ein Kabbalist versucht nie das Geschehen zu
sehen, sondern im Gegenteil, indem er sich von den Ereignissen selbst löst,
erhebt er sich über sie in seiner Einstellung zu ihnen wie zur absolut guten
Lenkung des Schöpfers, indem er jedes Ereignis als vom Schöpfer kommend annimmt,
mit dem Zweck, ihn selbst zur Ewigkeit und Perfektion zu führen, gerade indem er
in sich eine Einstellung zu Ereignissen entwickelt, die dem Verhältnis des
Schöpfers zu ihm adäquat ist (Chafez Chesed).
- Gibt es Leben auf anderen Planeten, Galaxien? Weiß die Kabbala etwas davon?
Die Kabbala behauptet, dass es im Universum kein anderes vernünftiges
zielgerichtetes Wesen außer dem Menschen gibt. Alles ist nur für den Menschen
erschaffen, um ihn auf die Stufe des Schöpfers zu erheben. Die Aufgabe des
Menschen in der Schöpfung besteht seinerseits darin, den ihm gegebenen freien
Willen zu nutzen, um das vom Schöpfer festgesetzte Ziel mittels der freiwilligen
oder aber der gezwungenen Korrektur zu erreichen (auf dem Weg der Kabbala oder
auf dem Weg der Leiden).
- Die Kabbala sagt, dass auf anderen Planeten nur tierische und pflanzliche
Natur existiert. Woher weiß sie das - fliegen die Kabbalisten etwa dorthin?
Die Existenz aller Arten des Lebens im Rahmen unseres Universums ist möglich,
bis hin zu Wesen, die uns verstandesgemäß und biologisch gleichen, bis auf unser
spirituelles Wesen, den Punkt im Herzen, das Embryo der Seele, das Gefäß der
Schöpferähnlichkeit - das gibt es nur im Menschen auf dem Planet Erde.
- Warum schläft der Mensch, was ist der Schlaf, was geschieht mit dem Menschen
während er schläft?
Alle Eigenschaften, Vorgänge, Zustände in den spirituellen Welten spiegeln sich
in materiellen Objekten unserer Welt wie in ihrer materiellen Kopie wieder. In
der höheren Welt kann sich eine Seele in geringer („kleiner") Erfüllung durch
Licht (der Zustand von Katnut) und in großer Erfüllung durch Licht (der Zustand
von Gadlut) befinden. Der kleine Zustand (Katnut) unterteilt sich wiederum in
einen „embryonalen" Zustand, die „Stillzeit" und die „Halbwüchsigkeit". Der
große Zustand (Gadlut) unterteilt sich in die Zustände von „Reife" und das
„Greisenalter". In jedem dieser Zustände gibt auch den Zustand des Schlafes -
eine zeitweilige Ausstoßung der Hauptmasse des Lichts aus der Seele. Dabei
„schläft" die Seele wegen des Mangels an Licht sozusagen ein.
- Welchen Unterschied gibt es zwischen der Kabbala und der gewöhnlichen
Psychoanalyse?
Alles, was erkannt wird, ist zuverlässig für alle anderen Erkennenden, kann
aufgeschrieben und von jedem reproduziert werden, der über die gleichen
Möglichkeiten, den Schirm verfügt. Die Psychoanalyse beschäftigt sich mit der
Analyse von irdischen, zur Stufe unserer Welt gehörenden, natürlichen
Eigenschaften des Menschen. Die Kabbala beschäftigt sich mit der Erlangung einer
neuen, höheren Eigenschaft.
- Erklärt die Kabbala auf irgendeine Weise solche Erscheinungen wie Telepathie,
Bewegung im Raum während des Zustandes von Trance?
Die Kabbala erklärt überhaupt nichts von den berühmten phänomenalen Zuständen
von „Trance", „Übergang in eine andere Welt", „Bewegung im Raum" etc. Die
Kabbala beschäftigt sich nur mit der Erforschung des Schöpfers und der Methodik
der Annäherung, der Verschmelzung mit Ihm mittels der Angleichung der
Eigenschaften der Seele an die Eigenschaften des Schöpfers. Als Kabbalist halte
ich all diese Erscheinungen für nichts weiter als psychologisch,
psychosomatisch, innere Erregungen und Erlebnisse des Menschen, doch für
keineswegs reell existierend.
- Wie kann man sich Unvorstellbares vorstellen: Zeit, Raum?
Die Zeit verschwindet bei der Überschreitung der Lichtgeschwindigkeit, der
höchsten in unseren Welt. Die Zeit in der höheren Welt ist die Anzahl von
stattgefundenen Ereignissen. So meinen zum Beispiel 6000 Jahre 6000 konsequente
Handlungen. Der Raum ist der Wille. Er kann leer oder voll sein, fehlen,
entstehen.
- Die Wissenschaft der Kabbala betrachtet nicht die Prozesse und Erscheinungen
unserer Welt, sie beschreibt die Struktur höherer Welten. Und dennoch: auf
welche Weise ist eine Anwendung kabbalistischer Kenntnisse in unserer Welt
möglich?
Die Wissenschaft der Kabbala beschreibt konsequente Veränderungen, die in
unserer Welt mit dem Menschen stattfinden, der unter dem Einfluss des
allgemeinen Gesetzes des Universums steht, welches auf ein einziges Ziel
ausgerichtet ist - den Menschen zur Schöpferähnlichkeit zu führen. Die Wirkung
dieses Gesetzes auf den Menschen in Abhängigkeit von der Entwicklungsstufe des
Letzteren wird als „Welt" bezeichnet. Weil im Willen des Menschen 5 Stufen des
Verlangens existieren, unterteilt sich dementsprechend auch die Wirkung dieses
allgemeinen Gesetzes von der Stufe der Unendlichkeit auf den Menschen in fünf
Wirkungsgrade, die fünf Welten bilden.
Das Studium, die Erkenntnis der Welten ist das Studium von der Entsprechung der
Stufen des Willens, von der Wandlung dieses Willens und der Wirkung des
allgemeinen Gesetzes darauf. Insgesamt gibt es fünf Welten, mit jeweils fünf
Stufen und fünf Unterstufen, also insgesamt 125 Stufen. Die Beschreibung der
Korrelation zwischen dem Menschen und dem Gesetz (dem Schöpfer) auf jeder Stufe,
ist der Gegenstand des Studiums der Wissenschaft der Kabbala.
Eine praktische Anwendung in unserer Welt hat die Kabbala nicht. Es ist
unmöglich, mithilfe ihrer Kenntnisse etwas in dieser Welt zu verändern. Ein
Mensch aber, der mit den Kenntnissen der Kabbala bewaffnet ist, verhält sich auf
eine andere, richtige, nützliche Weise zu sich, der Gesellschaft, der Welt.
Seine Handlungen sind effektiv. Seine Gedanken haben einen positiven Einfluss
auf die Umgebung. Er stellt eine positive spirituelle Ladung der Gesellschaft
dar, weil er in unsere Welt höheres Licht heranzieht, welches Überfluss, Wohl,
Ruhe bringt.
- Kann man die Wissenschaft der Kabbala für das einzige Instrument oder Mittel der
Erkenntnis spiritueller Welten halten, für Menschen, die sich in den unteren
Welten befinden?
Zweifellos, weil sie das Wachstum des Willens nutzt - d.h. die Entwicklung des
Instrumentes der Wahrnehmung des Universums. Das Wachstum des Verlangens der
Stufe „tierisch", dann das Wachstum des Verlangens der Stufe „Mensch", und bis
hin zu der Stufe, wenn der Mensch beginnt, die höhere Welt wahrzunehmen. Und
weiter entwickelt die Methodik der Kabbala sein Verlangen bis hin zur Stufe
„Schöpfer". Das Verlangen wird gemäß seinem Wachstum erfüllt, die Erfüllung des
Verlangens wird analysiert - was eben die Empfindung und Erkenntnis des
Zustandes, der Welt- Stufe darstellt, auf welcher sich der Mensch befindet. Die
ganze Erkenntnis ist vollkommen analog der Erkenntnis unserer Welt durch die
fünf Sinnesorgane, mit dem einzigen Unterschied, dass das Erkannte in einem
zusätzlichen Organ erkannt wird, welches bewusst entwickelt wird - dem sechsten
Sinnesorgan, genannt „Seele".
- Wie zulässig ist es, Kabbala an Menschen zu unterreichten, die auf die
Aufnahme dieses Materials nicht vorbereitet sind? Gemeint ist ein Kurs von
Vorlesungen an Universitäten im Rahmen des Studienprozesses. Oder kann die
Anwesenheit bei solchen Lektionen frei sein?
Die Kabbalisten glauben, dass jeder ab dem Alter von 9 Jahren Kabbala studieren
kann. Denn gerade ab diesem Alter beginnt der Mensch, sich die Frage nach sich
selbst, nach der Welt, nach dem Sinn des Lebens zu stellen. Und die Kabbala
beschäftigt sich gerade damit, dem Menschen diese Frage aufzudecken. Für die
Enthüllung dieser Frage wird der Mensch in dieser Welt geboren, und solange er
diese Frage nicht soweit enthüllt, dass er durch deren Enthüllung seine Seele
erfüllt, ist er gezwungen, wiederholt in dieser Welt zu erscheinen, da die
Enthüllung der Frage nach dem Sinn des Lebens, d.h. die Enthüllung des
Schöpfers, unbedingt in der ganzen Höhe des Universums stattfinden muss, von der
untersten - der unseren Welt, bis zur allerhöchsten, der Welt der Unendlichkeit,
d.h. der unendlichen Offenbarung des Schöpfers.Für das Studium der Kabbala gibt
es keinerlei Einschränkungen. Man kann sie unter jeden Bedingungen studieren,
ohne jegliche vorherige Vorbereitung, unabgängig von Geschlecht, Alter,
Herkunft, Bildung. An einigen Universitäten wird bereits der Unterricht der
Wissenschaft der Kabbala als eines zusätzlichen, fakultativen und offiziellen
Fachs praktiziert. An einigen Universitäten Israels gibt es eine Fakultät der
Kabbala.
- In der Wissenschaft der Kabbala heißt es, dass wir nicht mit unseren
tierischen Wünschen arbeiten können, mit Hilfe wovon können wir dann in der
Fortbewegung zum Spirituellen arbeiten?
Unsere natürlichen körperlichen Wünsche können nur von unseren fünf
Sinnesorganen Information empfangen. Indem wir sie nutzen, unterscheiden wir uns
kaum von den Tieren: nur indem wir in etwas höherem Maße diese Welt wahrnehmen -
das für uns und für die Tiere gleiche Volumen des Universums. Daher werden die
fünf Sinnesorgane, über die sowohl wir als auch die Tiere verfügen, als
„tierisch" bezeichnet. Eine qualitative Unterscheidung, d.h. die Erhebung auf
die nächste Stufe der Wahrnehmung des Universums, des Schöpfers, findet mit dem
Erwerb des sechsten Sinnesorgans statt. Die Information, die in diesem Organ
empfangen wird, wird als spirituell bezeichnet. Gerade indem man diesen
Empfänger der höheren Wahrnehmung entwickelt, bewegt man sich in der
spirituellen Welt fort. Seine Unterscheidung von den fünf natürlichen Organen
besteht darin, dass es sich zwar genauso wie bei den fünf ursprünglichen Sinnen
um den Wunsch nach Erfüllung handelt, er aber den Willen darstellt, sich mit der
Empfindung des Schöpfers, mit dem höheren Genuss zu erfüllen. Das Wichtigste
dabei ist, dass dieser Wunsch nur unter der Bedingung von seiner
Schöpferähnlichkeit, d.h. in Form des Gebens entwickelt und erfüllt werden kann.
Im Endeffekt wird der Mensch, indem er den Wunsch, den Schöpfer zu genießen, mit
der Absicht „für den Schöpfer" nutzt, dem Schöpfer qualitativ gleich, erkennt in
Gänze das gesamte Universum, erklimmt die höchste Stufe seiner Existenz - d.h.
erkennt nicht nur die äußere Natur, wobei er seine fünf natürlichen Sinnesorgane
und die Wissenschaften dieser Welt nutzt, sondern er verändert sich selbst -
wird zu deren höchstem Teil, wie der Schöpfer.
- Wenn man das Pyramidenprinzip anschaut: der Mensch häuft Basiswissen für das
Voranschreiten in den Wissenschaften an. Muss er sie vollkommen abwerfen
(annullieren) oder werden sie ihm helfen (Ganzheitsprinzip)?
Die Wissenschaften dieser Welt helfen dem Menschen im Allgemeinen in der
Entwicklung des zusätzlichen Sinnesorgans und in dessen richtiger Anwendung.
Indem er eine neue Welt im neuen Sinnesorgan erkennt, vergleicht der Mensch
seine neuen Erkenntnisse mit den Erkenntnissen in dieser Welt und verfolgt klar
die Analogien zwischen erhaltenen Daten, bis hin zu dem, dass er sieht, wie die
beiden von ihm erkannten Welten parallel sind und die Unterscheidung lediglich
in ihrem Material besteht, und alles, was es in der höheren Welt gibt, in Form
der Folge, als Zweig von seiner Wurzel, in die untere Welt hinabsteigt.
- Kann man sagen, dass in diesem Moment in der Kabbala ein langfristiges
Experiment durchgeführt wird, und wir Teil dieses Experiments sind?
Die Wissenschaft selbst führt keine Experimente durch. Experimente werden in der
Wissenschaft von Wissenschaftlern durchgeführt. In der Kabbala führt der
Kabbalist Versuche durch, doch sie werden von ihm persönlich und nur an sich
durchgeführt, weil er sich nicht auf die inneren Empfindungen der restlichen
Geschöpfe beziehen kann. Die Kabbala ist eine Wissenschaft von der inneren,
individuellen Erkenntnis durch den Menschen, des wahren, uns umgebenden
Universums, des allgemeinen Gesetzes des Schöpfers. Aber die ganze Menschheit
bewegt sich ständig kraft dieses einzigen Gesetzes zu dem von ihm im Voraus
bestimmten Ziel - den Menschen auf die höchste Stufe zu führen, indem es ihm
Möglichkeiten zur freien, selbstständigen und bewussten Entwicklung bietet: im
Gegensatz zu dem, wie wir uns in allem Anderen entwickeln - unbewusst
historisch, ungelenkt, nach vor uns verhüllten Wegen. Und das, weil wir in
unserer irdischer Entwicklung über keinerlei Willensfreiheit verfügen, und das
allgemeine Gesetz daher auf uns einwirkt, ohne uns zu fragen. Und wir, scheinbar
die höchsten Geschöpfe des Alls, sind gezwungen, während wir uns auf
erniedrigende Weise unserer Jämmerlichkeit vor ihm bewusst sind, seine
konsequenten Formen auf uns zu nehmen. Eine vollkommen andere Entwicklung des
Menschen in der Erkenntnis des Höheren ist die vollkommen bewusste, offene,
selbstständige, durch den Menschen selbst auf jeder Etappe seiner Entwicklung
definierte. Soweit, dass der Mensch sich sozusagen selbst erschafft. Und solch
eine Teilnahme an der Entwicklung seiner Selbst muss jeder Erdbewohner in einem
seiner Leben erreichen. Man kann das, was mit unserer Welt, unserem Universum,
der Menschheit geschieht, nicht als Experiment bezeichnen, weil es vonseiten der
höheren lenkenden Kraft der Natur in unserem Verhalten nichts gibt, was nicht
von vorn herein bekannt wäre. Unsererseits aber müssen wir durch unsere Versuche
und Anstrengungen unser spirituelles Wachstum erwirken, anders werden wir uns
das sechste Organ nicht in der Praxis aneignen und werden nicht dessen würdig,
in vollem Maße die Ewigkeit und Vollkommenheit zu spüren, die uns dessen
Erfüllung bringt.
8.) (Virtuelle) Gruppe:
- Wir sind mit der spirituellen Gruppe verbunden, lernen aber alleine. Wie kann die virtuelle Gruppe uns unterstützen, wenn wir abfallen?
Die Zeiten machen überhaupt nichts aus. Wichtig ist, dass wir alle dasselbe Material lernen und nicht jeder, was er will. Man kann zusätzlich etwas Anderes lernen. Lernt man jedoch mit der Gruppe gemeinsam am gleichen Tag, mehr oder weniger dieselben Sachen oder einen Teil der Sachen, so ist man mit allen zusammen. Man ist im selben Fluss. Man lebt von denselben Gedanken, in denselben Verlangen von allen. Das ist sehr wichtig. Es ist praktisch so, als würden wir alle gemeinsam sitzen und gemeinsam lernen. Ebenfalls wichtig ist, ob man sich mit allen verbinden möchte. Denn leider sehen wir viele Leute und manchmal auch Gruppen, die aus dem Rahmen der Verbindung mit uns austreten. Selbst wenn sie irgendetwas mit uns gemeinsam lernen, möchten sie sich trotzdem nicht einbringen. Sie möchten sich nicht mit allen vermischen. Das ist ein Problem. Dieses Problem hatten wir vor kurzem auch mit Amerika und wir hörten auf, sie zu spüren.
- Wenn ich über meine negativen Zustände nicht sprechen kann und die Größe des Zieles geben muss. Wie kann ich dies tun und wie bekomme ich Unterstützung von der Gruppe?
Nein, das ist eine Handlung, über die ich nicht erzählen muss. Soll jeder zur Gruppe kommen und über seine Störungen sprechen? Das ist alles eine innere Arbeit des Menschen. Wir lernen dasselbe Material, d.h. dieselben Schriften, Artikel, Briefe. Wir streben, wir urteilen über unseren allgemeinen Zustand, den wir haben und es ist sehr wichtig, dass wir alle daran Anteil haben. Das bedeutet gemeinsames Lernen und es macht nichts aus, ob dieses gemeinsame Lernen in Südamerika erst in 6-7 Stunden praktiziert wird. Wenn sie sich verbinden wollen, reicht es aus, dass sie mehr oder weniger am selben Tag mit uns einen gewissen Teil der Lehre, vielleicht auch das Ganze, lernen. Wenn jemand jedoch zwar zuhören, aber sich nicht verbinden will, hat er nicht diese Unterstützung, bei der er der Gruppe gibt und die Gruppe ihm gibt, selbst wenn er zeitgleich mit uns ist oder sogar hier vor Ort im Unterricht sitzt. Dann bedeutet dies, dass er einfach nur eine Weisheit lernt und nicht Tora lernt. Hier kann man den Unterschied zwischen Tora und Weisheit verstehen. Tora bedeutet, dass du gemeinsam mit der Gruppe bist und lernst, um sich mit ihr zu verbinden, um zur Nächstenliebe zu gelangen, zur Liebe der Geschöpfe und darauf basierend dann zur Liebe des Schöpfers. Das bedeutet, dass du Tora lernst, denn du lernst, um das Licht anzuziehen, das dich zur Quelle zurückführt, damit es deine Absicht korrigiert. Aber wenn du sitzt und nicht daran denkst, so lernst du nicht die Tora. Du lernst wie alle anderen, aber für dich ist dieses Buch in diesem Augenblick nicht die Tora. Das Material, das du nun beurteilst, ist für dich nicht die Tora. Da du keine Verbindung mit den anderen suchst, nennt man dies nur Weisheit. Aus diesem Grund entfernt dich dieses Studium von der Korrektur und es transformiert sich zur Todesdroge. D.h. nicht jeder, der die heiligen Bücher öffnet, lernt die Tora und wir müssen das entsprechend den Resultaten sehen. Es gibt Menschen, die Jahrzehnte lernen und die dadurch nur egoistischer werden. Woher kommt das? Die Tora müsste eigentlich korrigieren, aber sie haben nicht Tora gelernt, von Anfang an nicht. Daher haben sie sich nicht selbst korrigiert.
- Was ist Leben und Freude in der Arbeit?
Leben und Freude in der spirituellen Arbeit bedeutet Freude von der Mitzva, wenn der Mensch erfreut ist, dass er dem Geben näher kommt und das bedeutet, dass jenes Licht, das ihn füllt, das Licht der Anheftung, das Licht der Verschmelzung, das Licht der Nächstenliebe - nicht das Licht der Liebe, sondern das Licht der Nächstenliebe - ihm in seinen Kelim eine Füllung gibt. Denn wenn du mir das Licht der Nächstenliebe gibst, wird das für mich eine vollkommene Dunkelheit sein, die Dunkelheit Ägyptens. Denn ich möchte nicht die Nächstenliebe, sondern die Eigenliebe haben und du bringst mir jetzt das Licht der Nächstenliebe. Wird das für mich Freude sein? Das werden für mich enorme Leiden sein.
- Wie wird der „Wille zu empfangen“ geboren? Was bedeutet es, sich zu verbinden und woher soll ich wissen, ob ich bereits mit den anderen verbunden bin?
Ob ich mit den anderen verbunden bin weiß ich nur unter der Bedingung, wo ich mir selber vorstellen kann, sogar in einem kleinen Maß, in meinem Verstand, in einem Bildnis, dass ich mit ihnen verbunden bin und zwischen uns der Klebstoff die Höhere Kraft ist. Wenn wir uns ohne die Höhere Kraft verbinden, so ist dies keine Verbindung. Das ist eine Verbindung von Dieben. Die Verbindung unter uns kann nur sein, wenn die Höhere Kraft zwischen uns ist und uns verbindet. D.h. wir müssen die ganze Zeit darauf aufpassen, ob sich diese Kraft zwischen uns befindet oder nicht. Verschwindet diese Kraft von uns, so transformieren wir uns wieder zu Nüssen in einem Sack, der uns unfreiwillig zusammenhält. Wir müssen darauf achten, dass diese Verbindung nicht durch den Sack gegeben wird, der uns zusammenhält, sondern, dass diese Verbindung durch den Schöpfer hergestellt wird. Das ist die Kraft des Gebens, der Liebe, des Schenkens, ein dritter Parameter, etwas das nicht in uns ist. Das ist wie ein Zeuge, wenn wir in der Verbindung untereinander sind.
- Ist das persönliche Gefühl des Schöpfers ein trügerisches Gefühl oder befindet sich der Schöpfer nur in der Gruppe?
Sowohl als auch. Der Mensch durchläuft alle möglichen Zustände und jeder Zustand ist authentisch, denn er fühlt das so. Momentan fühlt er den Schöpfer so, als ob sich der Schöpfer in ihm befindet, in einer sensiblen Art und Weise. Das kann auch sein. Aber wenn der Mensch den Schöpfer authentisch wahrnehmen möchte und erfassen will, dann kann er ihn nicht erfassen, wenn er sich nicht vorstellt, dass er im Geben ist. Wobei das System des Gebens eigentlich das System der Seelen ist. Wir dürfen im Großen und Ganzen nicht vergessen, dass wir das Zerbrochene korrigieren. Das ist das, was wir lernen. Es gab ein Kli, Malchut de Ejn Sof oder Malchut de Azilut oder Malchut der Welt Nekudim oder Malchut de NeHY de Galgalta, ganz egal wie du es sagen möchtest. Und dieses Malchut trennte sich von Bina. Sie hat auf Zimzum Bet verzichtet, da sie dachte, sie könne Malchut de Zimzum Alef sofort und vollkommen korrigieren. Deshalb zerbrach sie. Wir lernen darüber, dass wir eigentlich nur in Bina handeln. Daher darf man nicht vergessen, dass die Korrektur die Rückkehr der Seelen zu einem Kli bedeutet, so wie sämtliche Kelim vor dem Zerbrechen der Kelim verbunden waren. Das Licht verbreitet sich eigentlich nur bis zu SHADAI.
- Was bekommt der Mensch von der Gruppe, was bekommt er vom Schöpfer und wie sind die beiden Sachen miteinander verbunden?
Der Mensch kann vom Schöpfer nicht mehr bekommen, als was er selbst bereit ist, der Gruppe zu geben. Denn eigentlich ist er der Übergang. Wenn wir sagen, „Von mir ist die ganze Welt abhängig und ich neige mich und die ganze Welt der Waagschale des Verdienstes zu. Ich möchte gebend sein wie der Schöpfer.“ Was gibt es in mir vom Schöpfer? Dieselben Teile des Gebers. Also gelange ich dann durch die Gruppe zum Schöpfer, d.h. der Mensch ist die Angleichung zwischen dem Schöpfer und der Gruppe und die Gruppe ist die Angleichung zwischen dem Menschen und dem Schöpfer. Daher ist das alles wie Eins und der Mensch kann nicht mit der Gruppe verbunden sein, ohne dass der Schöpfer in der Mitte ist und wie ein Klebstoff alles verbindet. Das Resultat ist, dass alle diese drei Parameter wie eins sein müssen, denn ansonsten kann das nicht existieren. Niemand von ihnen kann ohne die beiden anderen existieren, so dass sie in einer gleichen Anteilnahme in der Verbindung sind. Das ist wie ein Dreieck.
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